MÄRKTE EUROPA/Leichte Erholung nach G8-Gipfel erwartet

Zudem haben Äußerungen von Chinas Premier Wen Jiabao Hoffnungen auf geldpolitische Lockerungen im Reich der Mitte gemacht. "Am Freitag waren alle Aktienmärkte Europas schwer überverkauft", sagt ein Händler. So sei der Terminkontrakt auf den DAX auf Tagestief aus dem Handel gegangen. Die Indikationen spiegeln das wider und sehen den DAX rund 10 Punkte tiefer starten. Dies dürfte am Montag im weiteren Verlauf jedoch korrigiert werden.
G8-Treffen wirkt positiv - Blick auf EU-Gipfel
Die G8-Teilnehmer hatten sich am Wochenende intensiv mit Griechenland beschäftigt, das vor Neuwahlen am 17. Juni steht. "Wir wollen, dass Griechenland in der Eurozone bleibt, vorausgesetzt, es erfüllt seine Verpflichtungen", heißt es in der Gipfel-Erklärung. Damit stellten sich auch die USA hinter den deutschen Standpunkt, Athen keinen bedingungslosen Freifahrtsschein zu geben.
Dass das Spar- und Reformprogramm für Athen gelockert werden könne, stehe nicht zur Debatte, sagte Bundeskanzlerin Merkel. Alle Augen sind nun auf den EU-Gipfel am Mittwoch gerichtet. Hier rückt immer stärker das Thema "Eurobonds" in den Blick. Erste Indikationen zu diesem Thema werden vom Treffen von Finanzminister Schäuble mit seinem französischen Kollegen in Berlin am Montag erwartet.
Hoffen auf Wachstumskurs in China - Minenwerte im Blick
In China hat Premierminister Wen Jiabao die Wichtigkeit geldpolitischer Anpassungen zur Stützung des Konjunkturwachstums betont. Angesichts enttäuschender Wirtschaftsdaten des Landes in der vergangenen Woche steigen damit die Hoffnungen auf monetäre Lockerungen. "Wir hoffen, dass solche Aussagen die Talfahrt der Minen-Werte bremsen", sagt ein Händler. Die Branche der rohstoffnahen Aktien gehörte in Europa zu den Hauptverlierern der vergangenen Wochen.
Berichte über hohe Lagerbestände von Industrie-Metallen in China hatten die Kurse gedrückt. Skeptisch macht jedoch ein Bericht der "Financial Times": Er berichtet über weitere Stornierungen von Erz-Bestellungen in Australien durch China. "Kein gutes Zeichen für die Konjunkturerwartungen", so der Händler.
Facebook und Spanien belasten
Nicht gut auf die Stimmung wirkt der verpatzte Börsengang von Facebook. Nach kurzen Gewinnen fiel der Kurs zum Handelsschluss wieder fast auf den Ausgabepreis zurück. Auch Spanien wird skeptisch gesehen: Die Iberer hatten am Freitagabend das Defizit für 2011 nochmals nach oben genommen. Für den Anleihemarkt interessant ist, dass das Clearinghaus Clearnet die Sicherheitsleistungen bei spanischen Anleihen nach oben genommen hat. In der Vergangenheit hatte dies zu einem Abverkauf bei den spanischen Anleihen geführt.
Die Nachrichtenlage bei Einzelunternehmen ist extrem dünn. SAP werden fester erwartet, nachdem Barclays das Kursziel laut Händlern auf 55 nach 52 Euro erhöht hat.
Mit Evonik steht ein noch nicht-börsennotiertes Unternehmen im Fokus. Am Montag wird das Kuratorium der RAG-Stiftung entscheiden, ob die Vorbereitungen für den Börsengang des Spezialchemiekonzerns in die heiße Phase treten sollen. Die RAG-Stiftung hält 75 Prozent an dem Unternehmen.
DEVISEN zuletzt +/- % 0.00 Uhr Fr, 18.30 Uhr
EUR/USD 1,2789 +0,1% 1,2779 1,2735
EUR/JPY 101,3401 +0,1% 101,2312 100,7605
EUR/CHF 1,2012 +0,0% 1,2012 1,2011
USD/JPY 79,2350 +0,0% 79,2110 79,1180
GBP/USD 1,5827 +0,1% 1,5812 1,5797
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