Samstag, 18.05.2013 - aktualisiert um 14:32 MEZ
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Nach dem Kursmassaker zur Wochenmitte sind Europas Börsen etwas erholt in den Donnerstag gestartet. Im frühen Geschäft zieht der Euro-Stoxx-50-Index um 0,3 Prozent auf 2.404 Punkte an. Für den am Mittwoch überdurchschnittlich unter die Räder gekommenen DAX geht es um 0,6 Prozent auf 6.827 Punkte nach oben. Auch der zum Dollar leicht vorrückende Euro, die etwas festeren Rohstoffnotierungen passen ins Bild sich beruhigender Kapitalmärkte. "Einen nach dem vorangegangenen Ausverkauf 200 Punkte leichteren DAX betrachten einige als kurzfristiges Schnäppchen", meint ein Börsianer. Nachrichten zu einzelnen Unternehmen sucht man hingegen vergeblich - die Verlierer von gestern sind die Gewinner von heute.

Angst vor Staatsschuldenkrise 2.0

Unterschwellig herrscht nach der zur Wochenmitte gründlich schief gegangenen Auktion spanischer Staatsanleihen aber weiter die Furcht vor einem neuerlichen Aufflammen der Schuldenkrise im Gemeinsamen Währungsgebiet vor. Daher dürfte die für den Vormittag angesetzte Versteigerung französischer Staatsanleihen besonders kritisch beäugt werden. Die Franzosen wollen dabei 7,5 bis 8,5 Milliarden Euro unter die Anleger bringen, die Fälligkeiten liegen bei 2017, 2022, 2026 und 2041.

Zuletzt hatten Kreditanalysten Zweifel angemeldet, ob Frankreich das Budgetziel für das laufende Jahr einhalten könne. Schließlich seien Wahljahre keine Sparjahre. "Aber die Investoren haben im Vorfeld nicht so massiv wie der bei Auktion spanischer Schuldtitel auf einen Fehlschlag gesetzt", sagt ein Aktienhändler. Daher sei er recht zuversichtlich, dass die Versteigerung einigermaßen glatt über die Bühne gehe. Dies könne die Erholung noch etwas weiter vorantreiben.

Erstanträge geben Vorgeschmack auf US-Jobs

Auf der Notenbankseite steht die geldpolitische Entscheidung der Bank of England auf dem Programm. Ökonomen gehen allerdings davon aus, dass die Währungshüter um Governor Mervyn King das Volumen des Kaufprogramms für Anleihen bei 325 Milliarden Pfund Sterling belassen werden. In Folge der Finanzkrise hat sich die britische Notenbank immer weiter von der klassischen Geldpolitik über den Leitzins entfernt und setzt derzeit ausschließlich auf eine Ausweitung der Geldmenge zur Stimulierung der Konjunktur. Erst bei der Sitzung im Mai dürfte eine Entscheidung über eine abermalige Aufstockung des Programms anstehen.

Für den Nachmittag werden wie an jedem Donnerstag die Erstanträge auf Leistungen aus der US-Arbeitslosenversicherung erwartet. Ökonomen rechnen mit einem Anstieg um 1.000 binnen Wochenfrist auf 360.000. Sie liefern letzte Hinweise auf den US-Arbeitsmarktbericht für März, der am Karfreitag auf dem Programm steht. "Die Erstanträge haben mit Werten von 350.000 bis 360.000 Niveaus erreicht, die mit einem deutlichen Aufbau neuer Stellen kompatibel sind", sagt Ulrich Wortberg von der Landesbank Hessen-Thüringen. Die Schätzung, dass zum Wochenausklang für den vergangenen Monat ein Anstieg der Beschäftigung außerhalb der Landwirtschaft um gut 200.000 Stellen gemeldet werde, erscheine damit realistisch.

Mit den Bau-, Grundstoff- und Freizeitwerten erholen sich europaweit die großen Verlierer des Vortags überdurchschnittlich. Tagesgewinner im DAX sind Lufthansa, für die es um 1,9 Prozent auf 10,26 Euro nach oben geht. Am Vortag hatten die Anleger die Papiere nach dem bestätigten Nachtflugverbot am Frankfurter Flughafen um 4,6 Prozent nach unten geprügelt. Infineon verteuern sich nach einem Minus von 5,7 Prozent am Mittwoch um 0,9 Prozent auf 7,50 Euro, HeidelbergCement nach einem Abschlag von 4,4 Prozent um 1,6 Prozent auf 44,04 Euro.

Daimler werden im frühen Geschäft mit einem Minus von 4,2 Prozent bei 42,81 Euro gehandelt. Der Abschlag ist jedoch nur optischer Natur. Denn der Automobilhersteller schüttet am Donnerstag eine Dividende von 2,20 Euro je Aktie an die Investoren aus. Das entspricht 4,9 Prozent des Schlusskurses vom Vortag.

DEVISEN zuletzt +/- % 0.00 Uhr Mi, 18.00 Uhr

EUR/USD 1,3150 +0,1% 1,3140 1,3128

EUR/JPY 108,1411 -0,2% 108,3106 108,4816

EUR/CHF 1,2038 +0,0% 1,2036 1,2038

USD/JPY 82,2445 -0,2% 82,4230 82,6300

GBP/USD 1,5900 +0,1% 1,5891 1,5877
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Verfasst am 05.04.2012 um 08:14, Autor: dj
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