Beiersdorf Aktiengesellschaft
Vorschusslorbeeren und eine lange Wunschliste haben Aktionäre der Beiersdorf AG ihrem neuen Vorstandsvorsitzenden mit auf den Weg gegeben. Dabei muss sich Stefan F. Heidenreich durchaus sputen. Wettbewerber wie Procter & Gamble, L'Oreal, Henkel und Unilever greifen den Nivea-Hersteller in seinen angestammten Märkten an. Außerdem sind sie in vielen Wachstumsregionen schon wesentlich besser aufgestellt und sammeln Marktanteile.

Abgesehen davon muss sich der Nachfolger von Thomas B. Quaas auch intensiv um das Geschäft in China kümmern. Der Kauf des Shampooherstellers C-Bons sollte dem Hamburger Konzern eigentlich einen Vorteil verschaffen, erwies sich aber schon kurze Zeit später als Missgriff. Der Vorstand hatte die Härte des Wettbewerbs schlichtweg unterschätzt und schrieb einen Großteil des Unternehmenswertes ab.

Quaas, der seine letzten Stunden als Vorstandsvorsitzender mit der Hauptversammlung verbrachte, zeigte sich für die Entwicklung des Geschäftes in China trotzdem sehr zuversichtlich. Er verwies auf die Größe des Marktes und seine künftige Bedeutung. Insofern findet er es richtig, dass Beiersdorf dort weiter vor Ort bleibt.

Die Anteilseigner wollen in den kommenden Jahren aber nicht nur in China, sondern weltweit steigende Umsätze und Gewinne sehen. Die Fondsgesellschaft Union Investment forderte zudem eine bessere Kapitalverwendung und plädierte für Zukäufe oder eine Ausschüttung an die Aktionäre.

Die Schutzvereinigungen SdK und DSW baten den neuen Vorstand um einen offenen Umgang mit kritischen Themen. Quaas ist ihrer Einschätzung nach zu zurückhaltend mit negativen Nachrichten umgegangen und hat diese nur "nach und nach herausgerückt".

Der scheidende Vorstandsvorsitzende bekräftigte noch die Prognose für das laufende Geschäftsjahr. Nach Ablauf der ersten vier Monate erkennt er deutlich, "dass die Umstrukturierungen greifen und erste Früchte tragen". So sollen im Gesamtjahr Umsatz und Gewinnmargen vor und nach Steuern das Vorjahresniveau übertreffen.

Stefan F. Heidenreich äußerte sich vor den Aktionären nicht zu den von ihnen angesprochenen Themen. Er stellte sich nur kurz vor und beschrieb die ersten vier Monate bei seinem neuen Arbeitgeber. "Ich habe vieles gesehen, was sehr gut ist. Aber auch Ausgangspunkte für neue Offensiven." Aktionäre werteten dies als Versprechen besserer Zeiten.

Die Voraussetzung bringt der 49-Jährige mit. Seinen früheren Arbeitgeber Hero hat der Manager mit diversen Käufen zu einem der weltweit führenden Hersteller von Babynahrung und Marmeladen gemacht. Begonnen hat der künftige Unternehmenslenker seine Karriere beim Beiersdorf-Wettbewerber Procter & Gamble.

- Von Kirsten Bienk, Dow Jones Newswires,

+49 (0) 40 3574 3116, kirsten.bienk@dowjones.com
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Verfasst am 26.04.2012 um 13:55, Autor: dj


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