Montag, 20.05.2013 - aktualisiert um 12:50 MEZ
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Siemens AG
Die Siemens AG peilt einen Börsengang ihrer Tochtergesellschaft Osram im dritten Quartal an. Sollte die Licht-Tochter nicht im September oder Oktober per IPO an die Börse gebracht werden, könnte Osram im nächsten Kalenderjahr als Sachdividende an die Siemens-Anteilseigner abgegeben werden, sagte Siemens-Finanzvorstand Joe Kaeser am Rande einer Konferenz der Commerzbank in Frankfurt zu Dow Jones.

Es ist das erste Mal, dass sich ein Siemens-Manager namentlich zu einem Plan B für den geplanten Börsengang bekennt. Vergangene Woche hatte das Wirtschaftsmagazin Capital berichtet, angesichts der labilen Verfassung der Finanzmärkte erwäge die Unternehmensführung, den Leuchtenhersteller über einen Spin-off an den Aktienmarkt zu bringen. "Das ist bei uns intern die Lesart", hatte das Magazin einen Osram-Manager zitiert. Ein Sprecher von Siemens wollte den Bericht damals auf Dow-Jones-Anfrage nicht kommentieren.

Die nötige Zustimmung für die Abspaltung könnten sich Kaeser und Siemens-Vorstandschef Peter Löscher auf der regulären Hauptversammlung im Januar 2013 holen. Der Weg an die Börse über eine Sachdividende wäre für Osram dann im Frühjahr 2013 frei.

Ursprünglich sollte Osram schon viel früher aufs Börsenparkett gehen. Die weltweit heftig schwankenden Aktienkurse und die schlechte Konjunktur für das Geschäft mit Leuchtdioden (LED) hatten Siemens im September vergangenen Jahres aber von einer Platzierung Abstand nehmen lassen. Der richtige Zeitpunkt sei verpasst worden, gestand Kaeser im November ein. Der Börsengang hätte der größte in Deutschland seit vielen Jahren werden sollen. Als das Marktumfeld noch besser war, wurde die mögliche Bewertung von Osram auf bis zu 7 Milliarden Euro geschätzt.

Siemens will nach einem Börsengang der Lichttochter mindestens eine Sperrminorität an dem Unternehmen halten. "Wir wollen in die Minderheit gehen, aber einen Anteil halten, der oberhalb von 25 Prozent liegt", hatte Siemens-Chef Peter Löscher Ende April in einem Zeitungsinterview gesagt. Schon damals hatte der Manager den Herbst als Zeitfenster für einen Börsengang genannt.

Ein weiterer großer Börsengang könnte am 25. Juni anstehen. Dann plant der Spezialchemiekonzern Evonik Presseberichten zufolge sein Debüt. Mit voraussichtlich 5 Milliarden Euro hätte Evonik auf Anhieb eine Marktkapitalisierung wie die DAX-Unternehmen Lufthansa und Merck. Noch hält sich Evonik aber - ebenso wie der Versicherer Talanx - alle Fluchtwege offen. Der anvisierte Termin sei keineswegs in Stein gemeißelt, betonte die RAG-Stiftung vor wenigen Tagen. Sie ist mit knapp 75 Prozent Mehrheitseigner von Evonik.

Die Vorbereitungen für einen Börsengang von Osram kommen jedenfalls auch an anderer Stelle voran. Der Vorstand und der Gesamtbetriebsrat von Osram und die IG Metall hätten einen Zukunftsvertrag geschlossen, teilte die Gewerkschaft mit. Darin verpflichte sich Osram bis mindestens März 2015, keine Standorte zu schließen oder zu verlagern. Betriebsbedingte Kündigungen sollten möglichst ausgeschlossen werden. Die Vereinbarung sei notwendig geworden, da bei einem geplanten Börsengang von Osram die bisherige Vereinbarung mit Siemens keine Gültigkeit mehr habe.

An dem geplanten Stellenabbau bei Osram ändert das aber nichts. Osram hatte im Januar angekündigt, mehr als 1.000 Stellen in Deutschland bis 2014 abbauen zu wollen.

-Von Eyk Henning und Ursula Quass, Dow Jones Newswires;

+49(0)69 29725 110, eyk.henning@dowjones.com, ursula.quass@dowjones.com
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Verfasst am 24.05.2012 um 12:35, Autor: dj
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