Siemens plant Plattformstrategie für Windanlagen - WiWo
Siemens AG

Trotz des Preisverfalls durch Überkapazitäten und wachsende Konkurrenz aus Fernost glaubt Ferlemann nicht, dass die deutschen Windanlagenhersteller wie die Solarzellenproduzenten von chinesischen Herstellern überrollt werden. "Die Solar-Branche lässt sich so nicht mit der Windbranche vergleichen", so der Manager. Im Windenergiegeschäft seien die Barrieren für einen Markteintritt erheblich höher.
"Bisher haben die chinesischen Hersteller hier noch keine Infrastruktur aufgebaut, um etwa die Transportkosten zu senken", so Ferlemann. Zudem fehlten chinesischen Herstellern die Referenzen und die erforderlichen Typenzertifizierungen für Windenergieanlagen in Europa.
Der Chef der Allianz-Klima-Sparte, Armin Sandhövel, fordert in einem Interview mit der WiWo gleichzeitig gesetzliche Rahmenbedingungen für den Bau von Offshore-Windanlagen. "Der Staat muss Anreize schaffen, damit Stromspeicher gebaut und Leitungen gelegt werden", so Sandhövel. Manchen Netzbetreibern fehle das Geld für den Ausbau.
"Der Gesetzgeber ist vor allem an einer Stelle gefordert. Es ist schwer vorstellbar, dass die Privatwirtschaft alle Risiken schultern kann. Einige Unternehmen mussten wegen der Probleme bei den Offshore-Windparks in den vergangenen Quartalen bereits Rückstellungen in dreistelliger Millionenhöhe bilden. Hier müssten die Risiken auf mehrere Schultern verteilt werden", sagte Sandhövel weiter.
Erst dann seien institutionelle Investoren wie die Allianz bereit, in großem Stil in Offshore-Windanlagen zu investieren. Schließlich seien Pensionskassen oder Versicherungen auf der Suche nach sicheren Anlagen für ihre Kundengelder und keine Risikokapitalgeber, so Sandhövel.
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