Donnerstag, 23.05.2013 - aktualisiert um 16:54 MEZ
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© STADA Arzneimittel AG
Die Stada Arzneimittel AG hat am Montag mittelfristige Wachstumsziele bekannt gegeben und Details zu ihrem geplanten Restrukturierungsprogramm "Stada - build the future" genannt. Um eine nachhaltige Ertragssteigerung zu erzielen, sollen unter anderem etwa 10% der Vollzeitstellen im Konzern abgebaut werden. Im Geschäftsjahr 2014 will Stada den Konzerngewinn auf etwa 215 Mio EUR gegenüber dem Wert von 2009 von 100,4 Mio EUR mehr als verdoppeln, wie der Generikaanbieter mit Sitz in Bad Vilbel einen Tag vor seiner Hauptversammlung mitteilte.

Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) soll 2014 bei etwa 430 Mio EUR liegen, während der Umsatz nach Angaben des Unternehmens auf ca 2,15 Mrd EUR steigen dürfte. Im vergangenen Jahr erzielte Stada ein EBITDA von 280,1 Mio EUR bei Einnahmen von 1,57 Mrd EUR.

Die Prognose beinhalte eine Bandbreite von plus/minus 5% und beruhe überwiegend auf organischem Wachstum, hieß es. Des Weiteren beinhalte sie keine signifikanten Desinvestitionen mit Umsatz- und Ertragswirkung, erklärte der MDAX-Konzern.

Die mittelfristigen Wachstumsziele sollen unter anderem mit dem Restrukturierungsprogramm "Stada -build the future" erreicht werden, das voraussichtlich 2013 abgeschlossen werden soll. Mit dem Programm will Stada ab 2011 positive Ertragseffekte "in signifikantem Umfang" bei dem um einmalige Sondereffekte bereinigten EBITDA und dem entsprechenden Konzerngewinn erzielen. Nach früheren Unternehmensangaben sollen ab 2011 jährliche Einsparungen im zweistelligen Millionenbereich angestrebt werden.

Das Programm werde kurz- und mittelfristig zu einem signifikanten Stellenabbau in allen Unternehmensbereichen und -regionen führen, kündigte Stada an. Unter Einbezug von Ausgliederungen und Verkäufen seien insgesamt etwa 800 Vollzeitstellen und damit ca 10% des heutigen Personalstands im Konzern betroffen. Der Schwerpunkt des Stellenabbaus soll außerhalb Deutschlands liegen.

Ziel sei unter anderem, Herstellungskosten und Produktionsstätten zu optimieren. Weitere Bereiche seien die Organsisations-, Berichts- und Personalstrukturen, hieß es. Stada kündigte in diesem Zusammenhang auch die Veräußerung oder Aufgabe von Produktionsstätten sowie die Ausgliederung einzelner Funktionsbereiche an Drittanbieter an.

Für 2010 hält der Konzern an seiner Prognose fest, die ein Wachstum beim Umsatz und bei allen um einmalige Sondereffekte bereinigten Ertragskennzahlen vorsieht. Die Chance für ein operatives Ertragswachstum und mindestens eine operative Margenstabilisierung bestehe weiter, bekräftigte der Konzern.

Im Zeitraum bis 2013 sei aus heutiger Sicht mit projektbezogenen Investitionen von insgesamt ca 20 Mio EUR zu rechnen, erklärte Stada. Den Kostenaufwand für Sonderabschreibungen, Personal und Beratungsleistungen bezifferte das Unternehmen mit ca 50 Mio EUR. Für 2010 werde mit einer Belastung von ca 10 Mio EUR gerechnet, hieß es.

Bei den Aktionären kamen die Ankündigungen gut an. Die Stada-Aktie war der Gewinner im MDAX und lag um 14:23 Uhr mit 2,9% im Plus. Das Papier notierte bei 30,24 EUR.

Kritischer bewerteten Analysten der LBBW das Wachstumsprogramm des Generikaanbieters. Es sei "kein Auslöser für eine Neubewertung", kommentiert LBBW-Analyst Karl-Heinz Scheunemann. Die Ziele seien sehr ambitioniert und lägen noch dazu relativ weit in der Zukunft. "Warten wir einmal ab, ob sich die Effekte ab kommendem Jahr tatsächlich einstellen werden und sich die Profitabilität verbessert." Darüber hinaus habe Stada das Erreichen unter eine ganze Reihe von Vorbehalten gestellt. "Es könnte durchaus sein, dass sich das Management unter Zugzwang sah, am Tag vor der Hauptversammlung noch die übliche Nachricht zu produzieren", so der Analyst. Die LBBW stuft die Stada-Aktien derzeit mit "Halten" ein, das Kursziel lautet auf 31 EUR.
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Verfasst am 07.06.2010 um 13:06, Autor: dj
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