Vodafone leidet unter schwachem Europa-Geschäft
Deutsche Telekom AG

Das schwache Geschäft in Südeuropa machte eine 4 Milliarden britische Pfund teure Abschreibung auf die dortigen Aktivitäten erforderlich. Diese Abschreibung konnten die Briten auch mit dem Verkauf ihrer französischen Tochter SFR nicht wettmachen. Die Transaktion spülte dem Telefonkonzern zwar einen Gewinn von 3,5 Milliarden Pfund in die Kasse, insgesamt sank der Nettogewinn aber um 13 Prozent auf knapp 7 Milliarden Pfund.
Der Umsatz legte um 1,2 Prozent auf 46,4 Milliarden Pfund zu. Während die Erlöse im traditionellen Geschäft mit Gesprächsverbindungen aufgrund kostenloser Internetangebote wie Skype zunehmend unter Druck geraten, legten die Erlöse aus Datendownloads über Smartphones um rund ein Viertel auf 6,2 Milliarden Pfund zu.
In Deutschland liefen die Geschäfte der Briten etwas besser. Insbesondere Firmenkunden sowie ein sattes Plus bei mobilen Datendiensten ließen den Umsatz hier um 2,7 Prozent auf 9,5 Milliarden Euro ansteigen. Der operative Gewinn (EBITDA) sank jedoch wegen Restrukturierungskosten und regulatorischen Änderungen um 1,1 Prozent - bereinigt stieg der Gewinn aber.
Brummende Geschäfte machte Vodafone in Indien. Hier legte der Umsatz im Servicegeschäft um knapp ein Fünftel zu. Grund dafür waren vor allem mehr Kunden und die wesentlich längeren Gesprächszeiten.
Doch trotz des Wachstums in Indien erzielen die Briten nach wie vor den Großteil ihrer Umsätze in Europa. Wegen der Krise hier schaut Vodafone nur mit Vorsicht auf das kommenden Geschäftsjahr: Der britische Konzern rechnet nur mit einem um Sonderposten bereinigten operativen Ergebnis zwischen 11,1 und 11,9 Milliarden Pfund - im vergangen Geschäftsjahr waren es 11,5 Milliarden Pfund. Beim freien Cashflow erwartet der Konzern sogar einen Rückgang. Grund hierfür ist der fehlende Beitrag der Beteiligung am französischen Mobilfunkanbieter SFR, die Vodafone verkauft hat.
Vodafone ist mit den Problemen in Europa nicht allein. Auch die Wettbewerber hatten aufgrund der Wirtschaftskrise in Südeuropa schon schlechte Zahlen vorgelegt. So brach beispielsweise der Gewinn des spanischen Telefonkonzerns Telefonica im ersten Quartal wegen schwacher Geschäfte in Spanien und Italien um mehr als die Hälfte ein. Und auch die Deutsche Telekom macht in Europa schon lange keine Sprünge mehr. Im europäischen Ausland und auf dem deutschen Heimatmarkt waren die Erlöse und das bereinigte EBITDA jeweils leicht gesunken.
-Von Hans Bielefeld, Dow Jones Newswires;
+49-(0)69-29725-111; unternehmen.de@dowjones.com
(Lilly Vitorovich hat zu diesem Artikel beigetragen)
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