WSJ: Airbus verzichtet auf weiteren Ausbau der A320-Produktion
EADS N.V.

Airbus hatte eigentlich geplant, die Produktion des beliebten Kurz- und Mittelstreckenfliegers bis 2014 auf 44 Maschinen im Monat auszuweiten. Derzeit ist Airbus dabei, den Monatsausstoß bis Ende des laufenden Jahres auf 42 Flugzeuge des Typs zu steigern, noch sind es 40 monatlich.
Die Rolle rückwärts könnte darauf hindeuten, dass die lange Phase des Wachstums in der Flugzeugindustrie zu Ende geht. Dabei sitzt Airbus auf einem Berg noch nicht abgearbeiteter Bestellungen. Die Order für 3.290 Maschinen würden theoretisch die Auslastung für ein ganzes Jahrzehnt sicherstellen. Airbus-Manager Tom Williams sagte aber nun: "Wir sagen nun, 42 ist genug, wir machen eine Pause". Airbus werde zunächst abwarten, um zu sehen, wie sich der Markt entwickelt.
Wie Airbus ist der US-Wettbewerber Boeing derzeit noch dabei, mit seinem konkurrierenden Modell 737 die Produktion auf ebenfalls 42 Maschinen monatlich zu erhöhen. Airbus und Boeing hatten in den vergangenen Jahren einen beispiellosen Erfolg. Aus vielen Teilen der Welt kamen die Aufträge, teils zum Aufbau neuer Flotten und teils für den Ersatz alter Maschinen. Nun sinkt die Nachfrage jedoch. Der Markt sei schwächer geworden, sagt Airbus-Vorstand John Leahy. Die Nachfrage sei zwar noch gut genug für den aktuellen Produktionsplan. Airbus müsse aber auch im Blick haben, ob die Kunden die Flugzeuge finanzieren können und was sonst in der Weltwirtschaft passiere.
Zahlreiche Fluggesellschaften wie Qantas oder Southwest Airlines hatten jüngst die Auslieferung bestellter Maschinen verschoben. Die beiden Airlines hatten dies öffentlich mitgeteilt, daneben wurden auch viele Order still und heimlich geändert, wie Branchenbeobachter berichteten.
Airbus-Manager Williams betont, Fluggesellschaften würden in Zeiten hoher Kerosinpreise weiterhin die spritsparenden neuen Flugzeuge benötigen. Er räumt aber ein, einige Gesellschaften würden inzwischen darüber nachdenken, ob die Aufnahme neuer Routen in den Flugplan wirtschaftlich noch sinnvoll sei.
Daneben schlagen die Schwierigkeiten bei der Finanzierung der Flugzeuge mehr und mehr durch. So hatte Ryanair-Chef Michael O'Leary kürzlich bereits gewarnt, die Kredite zum Kauf der Maschinen würden teurer und seien schwerer zu bekommen.
Airbus-Manager Williams verweist auch auf Probleme mit den Zulieferern. Bei der kürzlichen Erhöhung der Produktion auf 40 Maschinen monatlich habe es einen "Überschallknall" gegeben. Die Zulieferkette habe sich nicht reibungslos auf die neue Produktionsrate einstellen können. Zulieferer hätten von eigenen Airbus-Ingenieuren unterstützt werden müssen, der ganze Prozess habe Zeit und Anstrengungen gekostet.
Trotz der Wolken am Horizont bekräftigte Airbus-Vorstand Leahy das Ziel, im laufenden Jahr 570 Flugzeuge auszuliefern, nach 534 vergangenes Jahr.
-Von David Pearson And Daniel Michaels, The Wall Street Journal,
+49 (0)69 29725 104, unternehmen.de@dowjones.com
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