XETRA-SCHLUSS/Aufwärts vor der Griechenland-Wahl

Viele Marktteilnehmer schlossen ihre Positionen auf fallende Kurse. Sollte in Griechenland die Pasok zusammen mit der Nea Dimokratia die Parlamentswahl gewinnen, dürften die Kurse weiter steigen, weil dann die Weichen für einen Verbleib Griechenlands in der Euro-Zone gestellt wären. Aber auch das Szenario eines Wahlsiegs der linksextremen Syriza-Partei konnte die Bären nicht mehr zu Spekulationen gegen den Aktienmarkt verleiten. Denn dann könnten die Notenbanken mit konzertierten Aktionen einen Sturm an den Märkten verhindern.
Besonders gefragt waren in einem Umfeld sehr fester europäischer Bankenkurse Commerzbank mit einem Plus von 5,6 Prozent auf 1,42 Euro. Deutsche Bank legten um 2,4 Prozent auf 28,48 Euro zu. Mit der Hoffnung auf eine Bodenbildung bei den Stahlpreisen gewannen ThyssenKrupp 3,4 Prozent auf 11,98 Euro. Das "Handelsblatt" berichtet, Europas Stahlhersteller wollten die Preise zum Juli um 5 Prozent erhöhen. "Ob sie das angesichts der Konjunkturkrise, die auch die Automobilbranche und den Anlagenbau immer stärker belastet, durchsetzen können, ist doch mehr als fraglich", sagt ein Händler. Wahrscheinlicher sei, dass Anleger die Papiere als kurzfristig stark überverkauft einstufen.
Daneben standen die Index-Veränderungen im Blick. Siemens gewannen 2,7 Prozent auf 66,59 Euro. Das Gewicht des Industriekonzerns im DAX ist zum Schlusskurs wieder auf 10 Prozent gestiegen, weil frühere Kappungen des Gewichts rückgängig gemacht werden. Damit hat Siemens die Aktien der BASF als schwersten Titel abgelöst. Dagegen sind MAN nun auf den letzten Platz zurückgefallen, denn die weiteren Aufkäufe von VW werden nun auch im DAX-Gewicht berücksichtigt. Sie verloren 1,5 Prozent auf 78,54 Euro.
Die beiden TecDAX-Aufsteiger Cancom und Sartorius lagen ebenfalls sehr fest im Markt. Sie ersetzen nun centrotherm und BB Biotech im Index der Technologie-Aktien. Sartorius legten 5,3 Prozent zu und stiegen auf ein neues Allzeit-Hoch von 55,70 Euro. Die langfristige Relative Stärke des Anlagenbauers gegenüber dem TecDAX ist damit weiter intakt und könnte sich fortsetzen. Cancom steigen um 5,1 Prozent auf 13,08 Euro. Dagegen verloren TecDAX-Absteiger centrotherm weitere 7 Prozent.
INDEX zuletzt +/- %
DAX 6.229,41 +1,48%
DAX-Future 6.242,50 +1,70%
XDAX 6.236,13 +1,60%
MDAX 10.046,11 +1,16%
TecDAX 726,84 +0,55%
SDAX 4.749,80 +0,62%
Kontakt zum Autor: herbert.rude@dowjones.com
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