Dienstag, 21.05.2013 - aktualisiert um 19:07 MEZ
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FRANKFURT--Der deutsche Aktienmarkt hat zu Wochenbeginn erneut stark zugelegt. Wieder einmal war es die Hoffnung auf ein Eingreifen der Europäischen Notenbank, die die Kurse steigen ließ. Schwache Konjunkturdaten aus der Eurozone schürten diese Erwartung noch. Marktteilnehmer rechnen damit, dass die Börse bis zu den Notenbanksitzungen Mitte der Woche im Aufwind bleiben wird. Der DAX stieg um 1,3 Prozent auf 6.774 Punkte.

Am Mittwochabend gibt die Federal Reserve das Ergebnis ihrer zweitägigen Sitzung bekannt, am Donnerstagmittag folgt die Europäische Zentralbank (EZB). Vor allem an die EZB bestehen enorme Erwartungen, nachdem Notenbankchef Mario Draghi in der Vorwoche bekundet hat, alles zum Erhalt des Euro Notwendige zu tun. "Die EZB wird nicht mehr darum herum kommen, am Donnerstag zu agieren. Draghis Glaubwürdigkeit und die der EZB stehen nach den fulminanten Aussagen der letzten Woche jetzt ganz klar auf dem Spiel", meinte ein Händler. Flankenschutz kam von der Politik. Eurogruppen-Chef Jean-Claude Juncker deutete an, dass der Rettungsfonds EFSF und die Europäische Zentralbank spanische Staatsanleihen kaufen werden, nachdem auf dem Euro-Gipfel im Juni der Weg für Bondkäufe durch die EFSF frei gemacht wurde. Am Wochenende hatten Politiker der größten Länder der Eurozone Bekenntnisse zur Gemeinschaftswährung geliefert. So versicherten Bundeskanzlerin Angela Merkel und der italienische Ministerpräsident Mario Monti, "alles zu tun, um die Eurozone zu schützen".

Es bleibt jedoch Skepsis. Nach Einschätzung der Societe Generale wird die EZB erneut nur etwas Zeit schinden. Chefvolkswirtin Michala Marcussen rechnet mit Anleihenkäufen im Volumen von 20 bis 50 Milliarden Euro. Damit könnte zwar ein signifikanter Beitrag zur Refinanzierung Spaniens im laufenden Jahr geleistet werden. Einen wirklichen "Gamechanger" stelle dies aber nicht dar, denn die Handlungsmöglichkeiten der EZB seien eingeschränkt. Die Chefvolkswirtin hält die Strategie des Durchwurstelns in der Eurozone für am wahrscheinlichsten. "Dieses könnte noch ein paar Jahre durchgehalten werden", heißt es.

Die Hoffnung auf ein Eingreifen der EZB ließ die Finanzwerte erneut anziehen. Die Aktie der Commerzbank gewann 2,4 Prozent. Überraschend gute Zahlen legte K+S am Nachmittag vor. Eine starke Düngemittelnachfrage sorgte dafür, dass Umsatz und Ergebnis die Prognosen deutlich übertrafen. Die Aktie stieg um 2,7 Prozent. Positive Vorgaben aus Frankreich bescherten der Aktie der Lufthansa Gewinne. Zwar ist die französische Fluglinie Air France-KLM in die roten Zahlen gerutscht, allerdings nicht so schlimm wie von Analysten befürchtet. Die Lufthansa-Aktie gewann 3,2 Prozent.

Gefragt waren auch die Nachzügler Metro und Siemens. Die Werte stiegen um 3,7 bzw 3,4 Prozent. Dagegen kamen bislang gut gelaufene Titel nicht voran. So verlor die Aktie von Fresenius knapp ein Prozent. Bei Henkel belastete eine Abstufung auf "Hold" von "Buy" durch die Societe Generale. Die Aktie gab um 0,1 Prozent nach.

Der Maschinenbauer GEA schlägt angesichts des sich eintrübenden Umfelds vorsichtige Töne an. Anders als viele Industrieunternehmen, die derzeit reihenweise ihre Prognosen kassieren, hält das MDAX-Unternehmen aber noch an den Jahreszielen fest - trotz einer sich verschlechternden Auftragslage. Die Aktie zog um 0,6 Prozent an.

Die Gigaset-Aktie brach dagegen um 13 Prozent ein. Das Unternehmen hatte am Freitagabend Quartalszahlen vorgelegt. Analyst Adrian Pehl von equinet sprach von einer negativen Überraschung. Das Unternehmen senkte zudem seine Prognose.

INDEX zuletzt +/- %

DAX 6.774,06 +1,27%

DAX-Future 6.771,50 -0,15%

XDAX 6.769,35 -0,14%

MDAX 10.935,81 +0,75%

TecDAX 780,17 +0,29%

SDAX 4.916,57 +1,14%

Kontakt zum Autor: michael.fuchs@dowjones.com
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Verfasst am 30.07.2012 um 16:04, Autor: dj
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