Samstag, 18.05.2013 - aktualisiert um 14:32 MEZ
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Alles hat einmal ein Ende, auch die jüngste Kurs-Rally am deutschen Aktienmarkt. Nach drei starken Handelstagen ist dem DAX am Dienstag die Puste ausgegangen. Der Leitindex stieg zwar am Vormittag noch auf ein neues Dreimonatshoch von 6.835 Punkten, anschließend bröckelten die Kurse aber wieder ab. Am Ende gab der DAX um zwei Punkte auf 6.772 nach.

"Die Erwartungen an die Notenbanken sind schon weit voraus gelaufen", brachte es ein Händler auf einen kurzen Nenner. Am Mittwochabend wird die US-Notenbank Stellung beziehen, am Donnerstagnachmittag liegt der Ball in Frankfurt bei der EZB. Seit Tagen schon machen Politiker aus der Eurozone verbal Stimmung für die Rettung der Gemeinschaftswährung. Am Dienstagnachmittag war es Frankreichs Staatspräsident Francois Hollande, der sich zur Rettung des Euro bekannte.

Doch das konnte den Kursen keinen Rückenwind mehr verleihen. "Die Halbwertszeiten der Kursgewinne nach solchen politischen Bekenntnissen werden natürlich kürzer", sagt ein Händler. Ohnehin habe die Dynamik der jüngsten Erholung kontinuierlich nachgelassen. Am Donnerstag stieg der DAX um 2,8 Prozent, am Freitag um 1,6 Prozent und am Montag um 1,3 Prozent, bei jeweils sinkenden Umsätzen.

In den 30 DAX-Titeln wurden insgesamt 2,87 Milliarden Euro umgesetzt. Das war etwas weniger als am Montag.

Mit Abstand größter Kursgewinner waren Infineon, die sich um 6,7 Prozent verteuerten. Nach einer Gewinnwarnung des Chip-Herstellers von Ende Juni überraschten die Quartalszahlen nun positiv. Man habe fast den Eindruck, als ob die Warnung überhaupt nicht nötig gewesen sei, kommentierte ein US-Brokerhaus. Im Fahrwasser von Infineon zogen auch die Papiere von Dialog Semiconductor um 6,3 Prozent an.

Zweite positive Überraschung waren die Quartalszahlen der Metro. Hier hatten viele Anleger mit einer Gewinnwarnung gerechnet, die aber ausblieb. Stattdessen lag der bereinigte operative Gewinn des Handelsriesen leicht über der Konsensprognose von Analysten. Metro-Aktien zogen um 3 Prozent an.

Bayer-Aktien gewannen 1,2 Prozent. Operativ läuft es bei den Leverkusenern rund. Trotz düsterer Stimmung in der Wirtschaft erhöhte Bayer die Prognose für das Gesamtjahr. Wachstumsmotor blieb im zweiten Quartal das Geschäft mit Agrarchemie.

Dem Kurs der Deutschen Bank half es nur kurzzeitig, dass die Bank 1.900 Stellen abbauen will und Möglichkeiten zur Stärkung des Kapitals in Höhe von 29 Milliarden Euro ausgemacht hat. Die Aktie schoss um fast 5 Prozent in die Höhe, fiel aber wieder zurück und schloss 0,1 im Plus. "Die Bank kommt um eine Kapitalerhöhung nicht herum", war sich ein Händler sicher.

Die Commerzbank baut ihr Engagement in Osteuropa weiter ab. Dafür fallen jedoch erst einmal Kosten an, die im zweiten Quartal auf den Gewinn gedrückt haben. Aktien der Commerzbank schlossen 0,4 Prozent höher.

Trotz solider Quartalszahlen gaben Aktien von HeidelbergCement um 1,9 Prozent nach. Eine schwächere Dynamik beim Umsatz machten Analysten bei Hugo Boss aus. Die Aktie der Bekleidungskette geriet unter die Räder und verlor 5,5 Prozent. Eine Gewinnwarnung des Automobil- und Stahlzulieferers SGL Carbon drückte die Aktie um 4,6 Prozent.

TUI waren im Nebenwerte-Index MDAX mit einem Kursplus von 3,2 Prozent größter Gewinner. Laut Händlern setzen Anleger auf den neuen CEO Friedrich Joussen von Vodafone Deutschland, der bei TUI das Zepter vom Urgestein Michael Frenzel übernimmt. Das trieb schon am Montag den Kurs nach oben.

INDEX zuletzt +/- %

DAX 6.772,26 -0,03%

DAX-Future 6.767,00 -0,04%

XDAX 6.765,04 -0,04%

MDAX 10.826,26 -1,00%

TecDAX 777,69 -0,32%

SDAX 4.913,76 -0,06%
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Verfasst am 31.07.2012 um 16:08, Autor: dj
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