Dienstag, 21.05.2013 - aktualisiert um 22:43 MEZ
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Der österreichische ATX-Wert Agrana hat zuletzt die Zahlen zum abgelaufenen Geschäftsjahr 2011/12 präsentiert. Die relevanten Kennzahlen wiesen dabei Zuwächse auf. DerBörsianer.com sprach mit Agrana-CEO Johann Marihart über die Grundlagen des verbuchten Geschäftserfolges.

DerBörsianer.com: Agrana verbuchte im Geschäftsjahr 2011/12 durchwegs Zuwächse bei den relevanten Kennzahlen. Worin lagen die wesentlichen Treiber für diese Entwicklung?
 
Johann Marihart: Ihr sehr erfreuliches Ergebnis erreichte Agrana im abgelaufenen Geschäftsjahr vor allem aufgrund der in den Vorjahren gesetzten Optimierungsmaßnahmen, gezielter Investitionen sowie einem vorteilhaften Marktpreisumfeld. Dank unseres fundierten Marktverständnisses ist es uns gelungen, volatile Marktentwicklungen gut vorherzusehen und entsprechend rasch zu reagieren.
 
DerBörsianer.com: Nicht zuletzt haben auch die in den letzten Jahren eingeleiteten Optimerungsmaßnahmen positive Auswirkungen gezeigt. Welche Strategie wird diesbezüglich in der Zukunft verfolgt werden?
 
Johann Marihart: Agrana hat sich zum Ziel gesetzt, weiterhin durch fortlaufende Optimierungen in der Einkaufspolitik und im Kostenmanagement sowie gezielte Verbesserungen im Bereich Energieverbrauch Kosten nachhaltig zu reduzieren und damit das höhere Ergebnisniveau zu stabilisieren.Um eine Fortführung unseres stetigen Wachstumskurses zu gewährleisten, werden wir im neuen Geschäftsjahr 2012/13 außerdem mit rund 140 Mio. Euro wieder deutlich über der Abschreibungsquote investieren.
 
DerBörsianer.com: Wie hat sich das Marktumfeld im abgelaufenen Wirtschaftsjahr rückblickend präsentiert?
 
Johann Marihart: Wie auch schon im Jahr davor stellten im Geschäftsjahr 2011/12 die hohen Volatilitäten der Preise agrarischer Rohstoffe eine große Herausforderung dar. Es ist uns im Wesentlichen gelungen, die Einkaufspreise auf der Verkaufsseite unterzubringen und dabei auch die Absatzmengen auszuweiten.
 
DerBörsianer.com: Wird sich das Marktumfeld 2012/13 stabiler zeigen?
 
Johann Marihart: Wir gehen von stabilen Marktpreisen in allen Segmenten auf aktuellem Niveau aus, wobei die Volatilitätenweiterhin stark sein werden. Im Segment Zucker werden die Ernteerträge in Brasilien und Indien entscheidend dafür sein, wie sich letztlich das weitere Weltmarktpreisniveau entwickeln wird. In den Segmenten Frucht und Stärke hängen die Preis- und Mengenentwicklungen ebenfalls sehr stark von den Ernteerträgen der relevanten Rohstoffe ab.
 
DerBörsianer.com: Welche Erwartungen hat der Konzern allgemein in das neue Geschäftsjahr?
 
Johann Marihart: Im Geschäftsjahr 2012/13 wird es eine echte Herausforderung, an das Ergebnis des Vorjahres anzuschließen. Im Rekordjahr 2011/12 haben uns neben der eigenen Leistung auch externe Faktoren, wie etwa die Marktentwicklungen, unterstützt. Derartiges kann man für das neue Geschäftsjahr nicht voraussetzen.
 
DerBörsianer.com: Worin sehen Sie die größten Risken – vor allem in Hinblick auf die Relation zwischen Verkaufs- und Rohstoffpreisen?
 
Johann Marihart: Als Veredler landwirtschaftlicher Erzeugnisse sind wir in allen Segmenten gewissen Beschaffungsrisiken bei den eingesetzten Rohstoffen ausgesetzt. Klimatische Ereignisse können unter Umständen zu Ernteeinbrüchen führen, die wiederum Preisanstiege zur Folge haben. Rohstoffpreisschwankungenkönnen nicht immer vollständig an die Abnehmer weitergegeben werden. Auch können nicht alle diese Schwankungen durch Warentermingeschäfte oder physische Lieferverträge abgesichert werden.
 
DerBörsianer.com: Hat die Agrana Beteiligungs-AG, als international aufgestelltes Unternehmen, mittelfristig neue Märkte im Visier?
 
Johann Marihart: In Hinblick auf neue Märkte prüfen wir laufend bestehende Möglichkeiten zur Stärkung unserer Marktpräsenzin allen Segmenten. Im Bereich Zucker sind wir generell an Südosteuropa interessiert,  wobei es hier noch keine konkreten Ergebnisse gibt.
 
DerBörsianer.com: Im Zuge der guten Zahlen wird auch die Dividende entscheidend erhöht werden – worin liegen außerdem die Reize, welche die Agrana-Aktie für Anleger interessant macht?
 
Johann Marihart: Wir sehen unsere Aktionäre als langfristige Partner in der Realisierung unserer Unternehmensziele und bieten ihnen eine längerfristig ausgerichtete attraktive Anlagerendite bei ausgewogener Risikolage selbst in einem volatilen Umfeld. Gerade in aktuell turbulenteren Zeiten an den Börsen profitiert die Agrana-Aktie von ihrem defensiven Charakter, dem konservativen Geschäftsmodell und der stabilen Eigentümerstruktur. Das zeigt auch konkret die Kursentwicklung zuletzt - während der ATX seit Beginn unseres laufenden Geschäftsjahres um rund 15 Prozent verlor, stieg der Kurs von Agrana in diesem Zeitraum um knapp 2 Prozent. Ein weiterer Reiz, der die Agrana-Aktie für Anleger interessant macht, ist unsere nachhaltig ausgerichtete Dividendenpolitik. Aufgrund der positiven Geschäftsentwicklung im abgelaufenen Wirtschaftsjahr wird der Vorstand der Hauptversammlung am 2. Juli die Ausschüttung einer erhöhten Dividende von 3,60 Euro je Aktie vorschlagen, die sich an unserer Ausschüttungsquote von rund einem Drittel orientiert. Die Dividendenrendite bezogen auf den Aktienkurs von 83,95 Euro per Ende Februar 2012 liegt damit bei 4,29 Prozent.
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Verfasst am 25.05.2012 um 16:36, Autor: NH

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