CEO Falch sieht AMAG bei Expansion voll auf Kurs

Der börsenotierte oberösterreichische Aluminiumproduzent AMAG hat das erste Quartal 2012 besser abgeschlossen als erwartet. Die Umsatzerlöse gingen um 3 Prozent auf 207,7 Mio. Euro zurück, das EBIT sank um 9 Prozent auf 22,4 Mio. Euro und das Ergebnis nach Steuern war mit 18,7 Mio. Euro um 5 Prozent unter dem Wert des ersten Quartals 2011.
In unserem Live-Chat waren die beiden AMAG Austria Metall AG Vorstände Gerhard Falch (CEO) und Gerald Mayer (CFO) zu Gast.
Moderator: Liebe Börsianer! Wir heißen den CEO der AMAG Austria Metall AG Gerhard Falch recht herzlich zu unserem Live-Chat willkommen.
Gerhard Falch: Sehr geehrte Teilnehmer, herzlich willkommen von unserer Seite. Es nimmt auch mein Kollege CFO Gerald Mayer teil.
Gast39: Herr Generaldirektor, wie bewerte Sie die aktuelle Auftragslage inklusive der Auftragseingänge?
Gerhard Falch: Wir bewerten die Auftraglage und die Auftragseingänge als sehr zufriedenstellend.
Wachauer: Von welchen Faktoren ist der Aluminiumpreis abhängig?
Gerhard Falch: Der Alumininiumpreis wird an der LME gebildet, neben Angebot und Nachfrage wird der Al-Preis auch von Finanzdeals wesentlich beeinflusst. In den letzten Jahren und auch Monaten sahen wir uns sehr hohen Volatiltäten ausgesetzt.
ATXfreak: Welchen Einfluss hat denn ein fallender Aluminiumpreis für das Ergebnis der AMAG? Mit welcher Preisentwicklung rechnen Sie?
Gerhard Falch: Ein fallender Al-Preis beeinflusst im Wesentlichen das Ergebnis der Division Metall. In den Segmenten Walzen und Gießen ist der Al-Preis ein Durchläufer ohne signifikanten Ergebniseinfluss. Die Preisentwicklung ist nicht vorhersehbar. Prognosen externer Institute streuen sehr stark.
Gast41: Die AMAG AG hat quasi keine Verschuldung (was ich sehr gut finde!). Wird sich dies mit den Investitionen in Ranshofen ändern?
Gerhard Falch: Die Investitionen in Ranshofen strecken sich über ca. 3 Jahre. In dieser Zeit erwarten wir auch positive Cash Flows. Nachdem es sich um eine Großinvestition von 220 Mio. EUR zusätzlich zu laufenden Investitionen handelt, erwarten wir zwar einen Anstieg. Das Gearing wird sich jedoch auf einem nach wie vor gesunden Niveau einpendeln.
Gast41: Um wieviel werden die Kapazitäten in Ranshofen erhöht? Wird auch die Belegschaft am Standort aufgestockt?
Gerhard Falch: Die Kapazität des Walzwerkes wird um 50% auf 225.000 t / a erhöht. Die Belegschaft wird sich um ca. 200 MA erhöhen.
Gast17: Sind CO2-Ausstoß und Emissions-Zertfikate ähnlich wie bei der voest bei Ihnen ein Thema?
Gerhard Falch: Grundsätzlich ja, wenn auch in geringerem Ausmaß. Im Vergleich zum Mitbewerb erwarten wir aufgrund unserer hohen Recyclingquote (75-80%) keine wesentliche Belastung.
Gast17: Finden Sie überhaupt soviele Facharbeiter?
Gerhard Falch: Wir starten schon jetzt mit dem Recruiting um im Jahr 2014 gerüstet zu sein. Wir erhöhen auch die Lehrlingsausbildungsquote. Augrund des guten Rufes der AMAG am Arbeitsmarkt sind wir sehr zuversichtlich.
Gast33: @ Herrn Mayer: In welchen Ihrer Segmente Metall / Walzen / Gießen / Service sind die Margen am attraktivsten?
Gerhard Falch: Unter Berücksichtung der Wertschöpfungstiefe zeigen sich im Segment Walzen traditionell höhere Margen als im Segment Gießen. Das Segment Gießen ist jedoch für die AMAG im Gesamtkontext (zuständig für die hohe Recyclingrate) ein wichtiger Erfolgsfaktor. Hinsichtlich der Division Metall sind wir absatzseitig von der Preisbildung an der LME abhängig. Unsere Elektrolyse Alouette verfügt jedenfalls über eine attraktive Kostenstruktur, was uns auch bei niedrigen Preisniveaus noch positiv wirtschaften läßt.
ATXfreak: Ich habe auch noch eine Frage an den CFO - Wie sieht es mit Fremdwährungsrisiken und Hedging aus?
Gerhard Falch: Im Segment Walzen liefern wir bis rund 20% des Volumens in den USD Raum. Nachdem die Produktion aus Ranshofen erfolgt, sind wir hier dem Risiko eines fallenden USD ausgesetzt. Neben konkreten USD Verträgen werden auch höchstwahrscheinliche Abnahmemengen in die Zukunft gesichert. Division Metall: Verkaufswährung ist der USD. Wesentliche Kosten fallen im USD an. Teile der Produktionskosten fallen in CAD an, diese werden entsprechend gesichert.
Gast24: Wie viel Geld fließt jährlich in die F&E? Was sind die aktuellen Produkttrends?
Gerhard Falch: Im Jahr 2011 waren es größer 6 Mio. (2010: 6 Mio.). Die Produkttrends gehen in höherwertige Produkte (hochfest, wärmebehandelt, verformbar, höchste Oberflächengüte). Gerade für diese Richtung ist die AMAG bestens gerüstet. Wie zb Investitionen in die Passivierungslinie, Längsteilschere, Präzisionsplatte. Der Großausbau in Ranshofen unterstützt diese Richtung.
InVestor: Mit B&C und der RLB haben nun 2 institutionelle Investoren aufgestockt. Wird es zukünftig aber auch mehr Free Float geben?
Gerhard Falch: Der Free float steht nicht in unserem Einflussbereich. Grundsätzlich sind wir mit der derzeitigen Eigentümerstruktur sehr zufrieden. Eine zukünftige Erhöhung des Streubesitzes wollen wir auch nicht ausschließen.
Gast31: Danke, dass sie den Herrn Pecik nicht mit an Board genommen haben, so haben wie in OÖ Ruhe!
Gerhard Falch: Die Eigentümerstruktur ist nicht im Einflussbereich des Managements. Unsere Aufgabe ist die Entwicklung der Gesellschaft voranzutreiben.
Gast26: Als Aktionär der ersten Stunde bin ich bin der Ergebnisentwicklung sehr zufrieden, sehe jedoch bei der Kursentwicklung Nachholbedarf. Ist hier ein Maßnahmenpaket in Planung oder liegt es nur am Umfeld?
Gerhard Falch: Wir pflegen die Investorenbasis in Form regelmäßiger Roadshows und einer Reihe von Privataktionärsveranstaltungen wurden besucht. Der Kurs der AMAG Aktie hängt auch von der makroökonomischen Einflussfaktoren ab. Hinsichtlich unserer Ergebnisentwicklung teilen wir ihre Meinung.
Moderator: Wir kommen zu den letzten 2 Fragen ...
Gast31: Gibt es aus Ihrer Sicht einen fairen Wert der AMAG-Aktie?
Gerhard Falch: Wir kommentieren den fairen Wert nicht, sehen den aktuellen Kurs aber unter den derzeitigen Erwartungen der Analysten.
Gast5: Herr Falch, trauen Sie sich einen kurzen Ausblick zu für die nächsten 2 Quartale zu? Danke. Grüße nach Oberösterreich!
Gerhard Falch: Wir bestätigen den Ausblick und sind vorsichtig optimistisch. Basis bildet die Entwicklung der Auftragslage in den ersten 4 Monaten 2012. Von uns nicht beeinflussbar ist der an der LME gebildete Preis für Aluminium, die Rohstoffpreissituation und makroökonomische Entwicklungen (zb Staatsschulden,....).
Moderator: Danke an unsere Chat-Gäste Gerhard Falch und Gerald Mayer für Ihren Besuch und das interessante Live-Gespräch.
Gerhard Falch: Wir erwidern die freundlichen Grüße und wünschen ein schönes Wochenende.
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