HTI-CEO vorsichtig positiv gestimmt
"Rahmenbedingungen 2012 herausfordernd"

Vergangene Woche präsentierte der österreichische Autozulieferer HTI die Zahlen zum Geschäftsjahr 2011. Die relevanten Kennzahlen wiesen hierbei im Vorjahresvergleich Steigerungen auf. DerBörsianer.com nahm dies zum Anlass, HTI-CEO Peter Glatzmeier zu den Erwartungen für das laufende Wirtschaftsjahr zu interviewen.
DerBörsianer.com: Die Zahlen zum Geschäftsjahr 2011 haben deutlich Verbesserungen der relevanten Kennzahlen ausgewiesen. Was waren die wesentlichen Treiber für diese Aufwärtsentwicklung?
Peter Glatzmeier: Für die Verbesserungen waren hauptsächlich Umsatz- und Ergebnissteigerungen in den Segmenten Leichtbau und Energietechnik verantwortlich. Im Segment Leichtbau nutzte die HTI im Jahr 2011 die wirtschaftliche Erholung der Automobilindustrie, insbesondere die erhöhten Abrufmengen bei Premium-Fahrzeugen in der ersten Jahreshälfte. Im Segment Energietechnik sind die Sparten USV-Anlagen und Flughafenausrüstung, welche die größten prozentuellen Umsatzanstiege verzeichneten, besonders hervorzuheben.
DerBörsianer.com: Wie hat sich das Umfeld im vergangenen Wirtschaftsjahr rückblickend gestaltet?
Peter Glatzmeier: Wir hatten ein konjunkturell sehr starkes erstes Halbjahr. Dann hat Europa allerdings die Schuldenkrise eingeholt und die zweite Jahreshälfte war von einer Konjunkturabschwächung gekennzeichnet. Dies verspürten wir besonders im vierten Quartal und auch noch im ersten Quartal 2012. Trotz dieser Entwicklung konnten wir unsere Umsatz- und Ergebniszahlen gegenüber dem Vorjahr verbessern.
DerBörsianer.com: Der Unternehmenserfolg ist nicht zuletzt auch durch Struktur- und Kostenoptimierungsmaßnahmen begründet. Sind hier weitere Schritte geplant?
Peter Glatzmeier: Wir haben heute eine vereinfachte, schlanke, aber auch wesentlich flexiblere Struktur als dies in den Krisenjahren 2008 und 2009 der Fall war. Diesen Weg wollen wir auch weiter gehen. Dazu evaluieren wir auch laufend unsere Konzernstruktur sowie unsere strategische Positionierung, um im Bedarfsfall positive Effekte für die Gruppe daraus realisieren zu können.
DerBörsianer.com: Geplant ist eine Stärkung der Innenfinanzierung des Konzerns. Welche Schritte sind hier geplant, welche Maßnahmen sollen gesetzt werden?
Peter Glatzmeier: Wir haben ein umfangreiches Programm zur Optimierung des Working Capital gestartet. Wir analysieren systematisch unsere Prozesse und Strukturen, unsere strategische Positionierung sowie unsere Monitoring- und Controllingsysteme, um wertvolle Ressourcen freizusetzen, die eine Effizienzsteigerung bewirken und unseren Unternehmenswert wirkungsvoll und langfristig erhöhen.
DerBörsianer.com: Welche Entwicklungen, welches wirtschaftliche Umfeld wird bei HTI für das Jahr 2012 erwartet?
Peter Glatzmeier: Die Rahmenbedingungen bleiben für uns 2012 herausfordernd. Man hat gerade in den vergangenen Tagen und Wochen gesehen, wie instabil die Lage in Europa ist. Einige schlechte Meldungen über die Staatschulden in Südeuropa und schon kippt die Stimmung. Trotz dieser makroökonomischen Unsicherheiten sind wir aufgrund der aktuellen Auftragslage für 2012 vorsichtig positiv gestimmt, auch wenn das erste Quartal noch negativ beeinflusst war. Wir haben die richtigen Produkte für unsere Märkte und sind durch unsere Kostenstruktur, die höhere betriebliche Flexibilität und die verbesserte Eigenkapitalausstattung in der Lage, Konjunkturdellen besser abzufedern als dies in den Krisenjahren 2008 und 2009 der Fall war.
DerBörsianer.com: Welche Rolle werden Märkte wie Russland, Indien und China im heurigen Geschäftsjahr spielen?
Peter Glatzmeier: Weltweit sind die Systeme auf Wachstum aufgesetzt. Wachstum gibt es bei Bedarf bzw. kann es durch Innovationen generiert werden. So gesehen spielen diese Märkte für uns eine wichtige Rolle, wenn auch Europa nach wie vor unser Hauptabsatzmarkt ist. Im Projektgeschäft sind wir seit einigen Jahren auch in diesen Märkten erfolgreich tätig, etwa mit Extrusionsanlagen zur Fertigung von Fensterprofilen, Presslufthämmern, Spezialmaschinen für die Roheisen- und Stahlindustrie und mit Zulieferungen für die Luftfahrtindustrie. Darüber hinaus verfolgen wir im Bereich Leichtbau einige Projekte und Kontakte in Asien.
DerBörsianer.com: Sind generell zusätzliche internationale Engagements geplant?
Peter Glatzmeier: Wir verfolgen eine Reihe von Projekten, aber es ist noch nichts so konkret, als dass wir jetzt schon darüber sprechen könnten. Ich kann Ihnen aber zusichern, dass die HTI nur solide und werterhöhende Projekte umsetzen wird.
DerBörsianer.com: Was macht die HTI-Aktie für Anleger attraktiv, warum sollte man sich das Unternehmen näher ansehen?
Peter Glatzmeier: Aus meiner Sicht ist die HTI ein interessanter technologieorientierter Unternehmensverbund, der auf Wertschöpfung großen Wert legt. Wir sind auf den Märkten Mobilität, Infrastruktur und Energie tätig und davon überzeugt, dass gerade diese Märkte in den kommenden Jahren Aufwärtspotenzial mit Zukunftsfähigkeit zeigen werden. Aus rechtlichen Gründen kann ich als HTI-Vorstandsvorsitzender keine Kaufempfehlung für die HTI-Aktie abgeben. Ich würde daher jedem interessierten Anleger raten, die Chancen und Risiken einer Veranlagung in HTI-Aktien mit seinem Wertpapierberater zu besprechen
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