Freitag, 24.05.2013 - aktualisiert um 13:02 MEZ
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Im Interview spricht der CEO der Miba AG über den Höhenflug der Aktie und über die Zukunftsaussichten für sein Unternehmen. Das schwierige Jahr 2009 wurde mit guten 1. Halbjahreszahlen 2010 endgültig überwunden. Der börsenotierte oberösterreichische Autozulieferer konnte im ersten Geschäftshalbjahr 2010/11 Umsatz und Ergebnis deutlich verbessern. Der Konzernumsatz stieg im Zeitraum Februar bis Juli um knapp 37 Prozent auf 203,1 Mio. Euro, das Betriebsergebnis (EBIT) sprang auf 27,9 Mio. Euro. Für das zweite Halbjahr erwartet der Unternehmensvorstand einen weiterhin positiven Geschäftsverlauf.

DerBörsianer.com: Die Zahlen des ersten Geschäftshalbjahres können sich sehen lassen. Lösen diese ausschließlich Zufriedenheit bei Ihnen aus?
 
Peter Mitterbauer: Das erste Halbjahr entwickelte sich sehr erfreulich. Aktuell gehen wir davon aus, dass auch das zweite Halbjahr Wachstum bringt, wenngleich abgeflacht. Wir sind nach wie vor mit Schwankungen und Kurzfristigkeit der Kundenabrufe konfrontiert. Das verlangt dem Unternehmen ein hohes Maß an Flexibilität ab, die wir trotz hoher Leistungsbereitschaft unserer Mitarbeiter zum Teil gesetzlich nicht haben. Die Möglichkeit für Unternehmen, Arbeitszeiten flexibler gestalten zu können ist dringend notwendig!
 
DerBörsianer.com: Das Jahr 2009 war noch weniger erfreulich. Welche Lehren und Maßnahmen haben Sie aus dem letzten Jahr gezogen?
 
Peter Mitterbauer: Die Miba legt traditionell großen Wert auf eine solide Finanzstruktur. Unser striktes Working Capital Management hat dazu beigetragen, dass die Miba gestärkt aus der Krise gekommen ist. Wir haben konsequent unsere strategische Ausrichtung auf Hochtechnologie verfolgt und haben unbeirrt ins Forschung und Entwicklung investiert. Wir sind breit aufgestellt. Neben der Automobilindustrie, die rund 40 Prozent unseres Geschäftes ausmacht, stehen wir noch auf anderen festen Beinen. Das ermöglicht uns, Phasen des Abschwungs gut zu meistern.
 
DerBörsianer.com: Und was war schlussendlich hauptverantwortlich für die positive Entwicklung im ersten Halbjahr?
 
Peter Mitterbauer: Die Erholung in Fernost, in USA und auch in Europa spiegelt sich in unserem Auftragsstand. Die Miba hat die steigenden Kundenbedarfe gut bewältigt. Wir bieten unseren Kunden technologisch anspruchsvolle Lösungen und achten auf unsere Kosten. Wir sind stark und schlank wie lange nicht und haben die Wachstumschancen genutzt.
 
DerBörsianer.com: Wie sehen Sie ganz allgemein den Branchenausblick für die Automobilproduktion? Wurde der Wachstumsweg endgültig wieder beschritten?
 
Peter Mitterbauer: Die Frage ist, wo das Wachstum stattfindet. Wir sehen ganz klar, dass Länder wie China, Indien, Brasilien eine enorme Wirtschaftsdynamik aufweisen. Auch in USA ziehen die Märkte an. In Europa ist das Wachstum eher verhalten.
 
DerBörsianer.com: Durch die Übernahme der steirischen Unternehmensgruppe EBG/DAU hat Miba in den „Megatrend Energie“, wie Sie es ausgedrückt haben, investiert. Was erwarten Sie sich kurz- und langfristig von dieser Übernahme?
 
Peter Mitterbauer: Die Miba investiert in ein neues Geschäftsfeld. Wir wollen uns noch breiter aufstellen und neue zukunftsträchtige Technologien in unser Portfolio aufnehmen. Hochleistungskomponenten für die Leistungselektronik sind ein Schlüssel für effizientere Antriebe und die ständig wachsende Nutzung regenerativer Energiequellen, wie etwa Windenergie. Die beiden Unternehmen in der Steiermark haben enormes Markt- und Wachstumspotenzial, das wir nun unterstützen wollen.
 
DerBörsianer.com: Wie soll das Wachstum im erschlossenen Bereich Energie weiter vorangetrieben werden? Sind weitere Übernahmen vorstellbar?
 
Peter Mitterbauer: Im Moment lernen wir dieses neue Feld kennen.
 
Das Unternehmensziel der Miba ist profitables Wachstum. Unabhängig vom Wachstumsfeld Energie hat die Miba vergangene Woche mit der Übernahme eines Teils der Hoerbiger Antriebstechnik weiter expandiert.
 
Wir wachsen in unserem Kernsegment Friction und übernehmen den gesamten Geschäftsbereich Off-road (Reiblamellen für Traktoren, Baumaschinen, Schiffe) von Hoerbiger. Die Miba Friction Standorte in Österrreich und der Slowakei werden mittelfristig 100 neue Mitarbeiter aufbauen. Die Miba hat mit dieser Übernahme nun auch einen Standort in Pune, Indien.
 
DerBörsianer.com: Sie beschäftigen mehr als 2.900 Mitarbeiter an zwölf Standorten weltweit. Neben Österreich ist Miba unter anderem auch in den USA, China und Brasilien vertreten. Haben Sie Unterschiede in den Ländern bzw. unter den Mitarbeitern im Umgang mit der Krise erkennen können?
 
Peter Mitterbauer: Die Krise hat unsere Märkte und Länder unterschiedlich betroffen. In China beispielsweise haben wir im letzten Jahr das beste Ergebnis seit der Gründung der Miba Precision Components 2007 erwirtschaftet. Alle Miba Mitarbeiter weltweit haben großartige Arbeit geleistet und unsere Vorgabe „Cash up – Cost down – Sales up“ mit Engagement und hoher Leistungsbereitschaft umgesetzt.
 
DerBörsianer.com: Wie positiv sind Sie bezüglich der Weltwirtschaftslage gestimmt?
 
Peter Mitterbauer: Alle Entwicklungen deuten darauf hin, dass sich der wirtschaftliche Aufschwung auch im zweiten Halbjahr 2010 fortsetzen wird. Wie sich das Jahr 2011 entwickeln wird, bleibt allerdings abzuwarten.
 
DerBörsianer.com: Beim Blick auf den Miba-Aktienkurs dürfte bei so einigen Unternehmen Eifersucht aufkommen. Die Aktie hat die Krise längst überwunden und hat sich seit Jahrestief 2010 mittlerweile verdoppelt. Welches Potential schreiben Sie der Aktie noch zu?
 
Peter Mitterbauer: Der Buchwert der Aktie liegt noch immer rund 6 Prozent über dem aktuellen Börsenkurs. Die Akquisitionen der Miba in den vergangenen Wochen ergänzen das Portfolio der Miba optimal und bergen großes Potenzial für die Zukunft.
 
DerBörsianer.com: Nach einer solchen Rallye einzusteigen birgt kritisch gesehen ein erhöhtes Abwärts- bzw. Korrekturrisiko. Was können Sie dagegen halten?
 
Peter Mitterbauer: Mit dem strategischen Aufbau eines zusätzlichen Geschäftsbereichs und dem Ausbau unserer Technologiekompetenz im Bereich von Energieerzeugung, Energienutzung und alternativen Antrieben ist die Miba gut für die Zukunft aufgestellt. Die Nutzung alternativer Energiequellen, wie etwa Windkraft nimmt ständig zu, technologisch anspruchsvolle Komponenten für alternative Antriebe sind gefragt. Die Miba genießt einen guten Ruf als Entwicklungspartner und bietet Lösungen in diesen Zukunftsmärkten.
 
DerBörsianer.com: Als letzte Frage würde uns interessieren, was sich die Aktionäre der Miba AG in der Zukunft erwarten können? Wohin führt der Weg?
 
Peter Mitterbauer: Wir folgen unserer Vision Miba 2015. Das Ziel ist profitables Wachstum im Stammgeschäft auf 750 Millionen Euro Umsatz. Das ermöglicht den aktiven Aufbau eines neuen Geschäftsfeldes in Schlüsseltechnologien für die Zukunft. Unsere Vision lautet: Kein Antrieb ohne Miba Technologie. Das ist ambitioniert, aber wir sind gut unterwegs.
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Verfasst am 17.09.2010 um 19:10, Autor: MB

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