Top-Noten für Wiener Aktien
Reisenberger vergibt Bestnoten für Andritz, Voestalpine, SBO, Semperit und Mayr Melnhof

Was den Wiener Aktienmarkt im 2. Quartal bewegen wird und welche Aktien Top-Noten verdienen, geht DerBörsianer im Gespräch mit Alfred Reisenberger, Leiter Asset Management Wiener Privatbank SE, nach.
DerBörsianer: Herr Reisenberger, wenn Sie ein Zeugnis verteilen müssten, welche heimische Unternehmen bekämen von Ihnen Top-Noten?
Alfred Reisenberger: Das wären aktuell Andritz, Voestalpine, Schoeller Bleckmann, Semperit und Mayr Melnhof.
DerBörsianer: Welche Aktien können mit einem geringen Verschuldungsgrad punkten?
Alfred Reisenberger: Das sind Andritz mit einem Verschuldungsgrad von -128%, Semperit mit -22,4% und Mayr Melnhof mit -20,7%.
DerBörsianer: Stichwort Eigenkapitalrentabilität, wen haben Sie hier auf der Liste?
Alfred Reisenberger: Ganz oben auf der Liste stehen eine Lenzing mit 29,6% gefolgt von RHI, Post und erneut Andritz.
DerBörsianer: Lassen Sie uns die Dividendenkaiser küren, wer macht hier das Rennen?
Alfred Reisenberger: Unter den Besten heimischen Dividenden-Aktien sind Post, Andritz, Semperit, und OMV zu finden.
DerBörsianer: Welche Sektoren würden Sie zurzeit Übergewichten?
Alfred Reisenberger: Banken und Zykliker.
DerBörsianer: Welches Fazit können Sie nach Ende der Berichtsaison ziehen?
Alfred Reisenberger: Dass die Staatsschuldenkrise, wie der Name sagt, eben genau das bleibt und auf Unternehmen wenig bis gar keinen Einfluss hat. Viele Unternehmen stehen auf sehr soliden Beinen da sie kaum bis gar nicht verschuldet sind und das operative Geschäft oft sehr gut läuft.
DerBörsianer: Welche Erwartungen haben Sie an die zukünftige Gewinnentwicklung der Unternehmen?
Alfred Reisenberger: Kurzfristig kann es schon mal eine Delle geben und ist natürlich Branchenabhängig. Aber eigentlich mache ich mir keine Sorgen über die zukünftigen Gewinnentwicklungen. Das soll heißen, dass meine Erwartungen sehr hoch sind.
DerBörsianer: Warum sollen private Anleger und internationale Investoren aktuell in den Wiener Aktienmarkt investieren?
Alfred Reisenberger: Das ist leicht und schwer zugleich zu beantworten. Geht es nach Attraktivität der Unternehmen (von denen es einige gibt), dann sollte man investieren. Da gibt es aber noch Themen wie Liquidität und Breite des Marktes (unterschiedliche Sektoren) und dann tut man sich als institutioneller Investor schon schwer. Ein Privatanleger kann damit leichter umgehen wenn er langfristig investiert. Die Zahl der Privatanleger ist leider auch sehr gering, auch ein Faktor warum die Liquidität so gering ist.
DerBörsianer: Viel Anleger versparen Ihr Geld in dem Sie es auf ein Sparbuch legen, warum ist die Angst vor Aktie oftmals so groß?
Alfred Reisenberger: Wird wohl mit der schlechten Erfahrung zu tun haben. Wenn man als Privatanleger aber kontinuierlich kauft (cost average), dann kann die Rendite sicher sehr attraktiv sein. Ich bin aber überzeugt, dass viele Banken, mit Ausnahme unseres Hauses ihren Kunden auch gar nicht Aktien empfehlen.
DerBörsianer: Welche Entwicklung erwarten Sie noch vom ATX im 2. Quartal und für das Gesamtjahr?
Alfred Reisenberger: Ich sehe eine niedrige einstellige Performance im 2. Quartal und den ATX am Jahresende deutlich höher als aktuell.
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