Freitag, 24.05.2013 - aktualisiert um 23:00 MEZ
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voestalpine AG
Der österreichische Stahlkonzern voestalpine hat kürzlich die Zahlen für das Jahr 2011/12 präsentiert. Die relevanten Kennzahlen wiesen dabei spürbare Rückgänge auf, die Verschuldung konnte daneben weiterhin reduziert werden. Die Dividende bleibt daher mit 0,80 Euro unverändert. DerBörsianer interviewte anlässlich der Ergebnisveröffentlichung Robert Ottel, CFO der voestalpine AG (ISIN AT0000937503). Dabei verriet er, welche Faktoren das abgelaufene Wirtschaftsjahr wesentlich beeinflusst haben sowie welche Ziele er als Finanzvorstand betreffend Konzernrestrukturierung und Gearing anstrebt.

DerBörsianer: Trotz Rekordumsatz im Jahr 2011/12 haben sich die Ergebniskategorien im Vorjahresvergleich deutlich verschlechtert. Was waren die wesentlichen Ursachen dafür?
 
Robert Ottel: Die Hauptursache war die Rückstellung von 205 Mio. Euro für die Schließung des Schienenwerkes in Duisburg und das Kartellverfahren im Bereich Bahnoberbaumaterial. Beide Themen sollten sich in den kommenden Jahren damit nicht mehr negativ auswirken.
 
DerBörsianer: Wie bewerten Sie rückblickend die Entwicklung der einzelnen Divisionen der voestalpine AG?
 
Robert Ottel: Die Steel Division hatte sicherlich das schwierigste konjunkturelle Umfeld. Dort ging auch das operative Ergebnis durch geringere Auslastung und durch eine schwache Preisentwicklung zurück. Special Steel Division und Profilform konnten gegenüber dem Vorjahr deutliche Gewinnsteigerungen vor allem durch Mengenwachstum erwirtschaften. Automotive und Metal Engineering Division konnten das operative Ergebnis in etwa halten.
 
DerBörsianer: Welche strategischen Folgen für die voestalpine hat das Ergebnis aus Ihrer Sicht als Finanzvorstand?
 
Robert Ottel: Es zeigt, dass die Strategie des voestalpine Konzerns mit Innovation, Qualität und Technologie die Wertschöpfungskette zu verlängern und sich auf weniger volatile Geschäftsfelder zu fokussieren, richtig und erfolgreich ist. Diese Strategie müssen wir weiter verfolgen.  
 
DerBörsianer: Gibt es mittelfristig Pläne, den Konzern zu restrukturieren?
 
Robert Ottel: Mit der Zusammenfassung der beiden Divisionen Profilform und Automotive zur neuen Division Metal Forming haben wir vier stabile und etwa gleich große Divisionen geschaffen. Mit dieser Struktur sind wir gut aufgestellt und ich sehe keinen Anlass im Konzern etwas zu restrukturieren. Dort wo Marktgegebenheiten ein profitables Wirtschaften nicht möglich machen – also in der Standardschiene – haben wir die notwendigen Schritte eingeleitet.
 
DerBörsianer: Der Verschuldungsabbau konnte erfolgreich fortgesetzt werden – was waren die eminenten Faktoren?
 
Robert Ottel: Gerade in wirtschaftlich schwierigeren Zeiten ist es wahrscheinlich leichter einen Konzern auf ein gemeinsames Ziel einzuschwören. Durch Vorsicht bei Investitionen, Kostensenkungsprogramme und durch strukturellen Abbau von Working Capital in allen Bereichen des Konzerns konnte die Verschuldung deutlich gesenkt werden.
 
DerBörsianer: Welches Ziel, die Gearing Ratio betreffend, wird für das Wirtschaftsjahr 2012/13 angestrebt?
 
Robert Ottel: Ich strebe ein Gearing von 50 Prozent an.
   
DerBörsianer: Der Hauptversammlung wird der Vorstand, wie im Vorjahr, eine Dividendenauszahlung von 0,80 Euro vorgeschlagen. Wie rechtfertigt man eine solche Ausschüttung angesichts des klar schlechteren Ergebnisses?
 
Robert Ottel: Die Verschuldung des Konzerns konnte knapp an das Ziel gebracht werden, das operative Ergebnis war nahe dem des Vorjahres.
 
DerBörsianer: Welche Erwartungen hat die voestalpine allgemein für das neu angelaufene Geschäftsjahr?
 
Robert Ottel: Wenn negative Einflüsse aus den Bereichen Schuldenkrise, Finanzmarkt und dergleichen ausbleiben, sollte ein operatives Ergebnis wie etwa im Vorjahr möglich sein.
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Verfasst am 06.06.2012 um 13:42, Autor: NH
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