Montag, 20.05.2013 - aktualisiert um 16:15 MEZ
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AGRANA Beteiligungs-AG
Der börsenotierte Zucker-, Stärke- und Fruchtkonzern Agrana hat Umsatz und Gewinn im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2012/13 dank hoher Zuckerpreise deutlich gesteigert. Das operative Ergebnis (EBIT) habe sich von 118,2 auf 142,5 Mio. EUR verbessert, der Konzernperiodengewinn von 77,7 auf 99,6 Mio. EUR.

Zum zweiten Live-Chat in diesem Börsenherbst, durften wir Agrana Vorstand Walter Grausam zum Gespräch mit Anlegern bitten.
 
Moderator: Herzlich Willkommen Herr Grausam!
 
Walter Grausam: Sehr geehrte Teilnehmer, herzlich willkommen auch von meiner Seite.
 
Gast17: Tolles 1. Halbjahr, wie wird das 2. Halbjahr?
 
Walter Grausam: Wir erwarten ein schwächeres zweites Halbjahr, das Gesamtjahr auf dem Niveau des Vorjahres.
 
Wachauer: Wieso war das operative Ergebnis im Segment "Frucht" schwach?
 
Walter Grausam: Das erste Halbjahr des Vorjahres war insbesondere im Juice-Bereich ausgezeichnet, während es heuer in der Ukraine durch Wechselkurse und schwächerer Nachfrage belastet war. Das zweite Halbjahr sollte hier eine Kompensation bringen.
 
Gast49: Im letzten Jahr hatten die Wechselkurse ein großen Einfluss auf das Ergebnis, wie hat sich dieser heuer ausgewirkt?
 
Walter Grausam: Im Finanzergebnis hatten wir im laufenden Geschäftsjahr deutlich geringere Wechselkursverluste als im Vorjahr. Im operativen Geschäft gab es in einigen Ländern (Ukraine, Polen) negative Effekte, in anderen Ländern wie USA und China positive Effekte.
 
Wachauer: Hat der Stopp der E10-Einführung die Agrana finanziell getroffen?
 
Walter Grausam: Nein. Wir behalten unsere 50%ige Exportquote bei. Die Notierungen von Ethanol an den Börsen bewegen sich weiterhin auf erfreulich hohen Niveau.
 
Gast22: Was passiert jetzt mit den "freien" Kapazitäten am Standort Pischeldorf?
 
Walter Grausam: Wir waren bis dato voll ausgelastet und werden auch weiterhin die volle Kapazität produzieren und verkaufen, aber leider die Hälfte davon im Ausland und nicht in Österreich. Dadurch gehen Österreich 200.000 to Co2 Reduktion verloren.
 
Gast32: Ist es richtig, dass der Juice Bereich abgestossen wird?
 
Walter Grausam: Nein. Mit 1. Juni 2012 wurde die AGRANA Juice mit der Ybbstaler Juice verschmolzen und die AGRANA hält die Mehrheit an diesem Unternehmen. Der Juice Bereich zählt zum Kerngeschäftsbereich der AGRANA und wird es auch weiterhin bleiben.
 
Gast46: Agrana ist auch in Ungarn aktiv, viele heimische Bauern sollen dort von der Regierung-Orban quasi enteignet werden. Wie stellt sich die Situation für Ihr Unternehmen dar?
 
Walter Grausam: AGRANA ist in den Bereichen Zucker, Stärke und Juice mit Produktionen in Ungarn vertreten. Die Probleme im Zusammenhang mit Eigentum an landwirtschaftlichen Produktionsflächen betrifft die AGRANA als Veredler dieser Produkte nicht direkt. Daher haben wir keine negativen Auswirkungen zu verzeichnen.
 
ATXfreak: Und in Ägypten?
 
Walter Grausam: Die politischen Änderungen im arabischen Raum haben sich negativ auf die Geschäftsentwicklung der AGRANA Fruit in Ägypten ausgewirkt, da wir bis jetzt um ca. 30% weniger absetzen konnten als ursprünglich geplant.
 
Gast40: Planen Sie das niedrige Zinsniveau zu nutzen, möglicherweise in Form einer Anleihe?
 
Walter Grausam: Wir haben im April ein Schuldschein Darlehen in Höhe von 110 Mio. EUR aufgenommen. Darüber hinaus ist derzeit keine Anleihenbegebung geplant.
 
Gast39: Welche mittelfristigen Ziele haben Sie persönlich in Richtung Eigenkapital, Nettoverschuldung und Gearing?
 
Walter Grausam: Die AGRANA Zielsetzung liegt bei einer Eigenkapitalquote von rund 50% und einem Gearing von 40%.
 
Gast29: Herr Dr. Grausam, in was fließen die 140. Mio Euro Investitionsvolumen?
 
Walter Grausam: Im Zuckerbereich in Niedrigtemperaturtrockner in Österreich und in einen Zuckersilo in Ungarn, im Stärkebereich in eine neue Weizenstärkefabrik in Österreich und eine Strohverbrennungsanlage in Ungarn, im Fruchtbereich in eine neue Fruchtzubereitungsfabrik in China und eine Erweiterung der Fabrik in Russland.
 
Gast32: Wie wirkt sich der momentane Weltmarkt-Zuckerpreis Verfall auf die Agrana aus?
 
Walter Grausam: Ich würde eher von einem Zuckerpreisrückgang (rund 20% in den letzten 6 Monaten) als einem Verfall sprechen. Das derzeitige Weltmarktpreisniveau bewirkt inklusive Transport, Versicherung, Raffination in etwa Gleichpreisigkeit mit dem EU-Preisniveau. Beim Export von Nichtquotenzucker aus der laufenden Kampagne werden wir niedrigere Erlöse zu erwarten haben. Daher werden wir einen Druck auf die Margen beim Export sehen.
 
Gast40: Gibt es Pläne den Geschäftsumfang um eine weitere Division zu erweitern bzw. welcher Bereich würde Ihrer Meinung nach gut zum bisherigen Geschäftsmodell passen?
 
Walter Grausam: Wir sind mit den drei Geschäftsbereichen zufrieden, würden jedoch bei einer Erweiterung um einen zusätzlichen Bereich Nachteile aus einer zu großen Komplexität sehen. Daher konzentrieren wir uns darauf, die bestehenden drei Bereiche bestmöglich zu entwickeln.
 
Moderator: Herr Grausam, es hat uns sehr gefreut. Danke für Ihren Besuch und dass Sie sich auch noch für die letzten Fragen Zeit genommen haben.
 
Walter Grausam: Herzlichen Dank für die interessanten Fragen.
 
 
Nächster Live-Chat: Di 23.10. um 14:00 mit AT&S CEO Gerstenmayer
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Verfasst am 11.10.2012 um 15:00, Autor: Chat
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