Frontier Markets als Emerging Markets von morgen
Wie Anleger von Ländern mit attraktiven Wachstumschancen profitieren können

Frontier Markets sind Länder, die Anleger mit überdurchschnittlich hohen Renditen locken. Die Anlageidee beruht auf der Aussicht, dass diese Märkte bald zu den Schwellen- oder Industrieländern aufschließen werden und sich dabei überdurchschnittlich hohe Gewinne realisieren lassen. Auf der Suche nach Renditen sehen sich langfristig orientiere Anleger, trotz überdurchschnittlich hohem Risiko (Transparenz, Liquidität und Regulierungsbehörden) in letzter Zeit vermehrt nach solchen Märkten um. DerBörsianer geht dieser Investmentstory auf den Grund und hat bei zwei führenden Asset Managern dieser Region nachgefragt.
Was macht nun die Investmentstory aus?
Grenzmärkte haben in der Regel höhere reale BIP-Wachstumsraten als entwickelte Märkte. Zweiter Wachstumstreiber ist die Aussicht auf einen steigenden Binnenkonsum, denn mit dem BIP dürften auch die Einkommen stetig wachsen und in der Folge werden die Haushalte mehr sparen und mehr konsumieren. Der dritte Grund dafür, dass sich die Wachstumsaussichten in den vergangenen Jahren markant aufgehellt haben, liegt in einer kontinuierlichen Verbesserung der institutionellen Rahmenbedingungen in diesen Ländern. Schließlich erhalten die Wachstumsperspektiven auch Auftrieb durch den Trend, dass die Regierungen dieser Länder große staatliche Firmen privatisieren. Dieser Privatisierungsprozess zeigt ebenso wie die rasch steigende Zahl von IPOs in diesen Ländern, dass die Kapitalmärkte vermehrt in Anspruch genommen werden.
Wo findet man attraktive Anlageregionen?
Frontier Markets sind in allen Regionen der Welt, von Afrika über Asien bis Osteuropa zu finden. Peter Zurhorst, Leiter für Deutschland und Österreich bei Renaissance Asset Managers bevorzugt beispielsweise die Region Sub-Sahara. „Unsere Volkswirte gehen davon aus, dass im Speziellen die Regionen Kenia und Nigeria sich in den nächsten Jahren konsequent dynamisch entwickeln und beeindruckende Wachstumsraten aufweisen werden“. „Nigeria wird in 3-4 Jahren hinsichtlich der Wirtschaftsleistung, gemessen anhand des Bruttosozialproduktes, Südafrika eingeholt haben", hebt der Experte hervor.
Investmentlegende Mark Mobius, Executive Chairman, Templeton Emerging Markets Group und Portfoliomanager des Templeton Frontier Markets Fund sagt über seinen Favoriten Vietnam: „Vietnams Bruttoinlandsprodukt legte im letzten Quartal 2011 im Jahresvergleich 6,1% zu. Wichtigster Wachstumstreiber war das Dienstleistungsgewerbe mit einem Plus von 7,0% für 2011. Der Inflationsdruck verringerte sich nach dem Dreijahreshoch vom August 2011 im Februar im sechsten Monat in Folge. Der Verbraucherpreisindex fiel auf 16,4%, was vor allem langsamer steigenden Preisen für Nahrung und Transport zu verdanken war.“
Welche Branchen sind attraktiv bewertet?
Während Franklin Templeton Positionen in Sparten wie Agrarprodukte, Mobilfunk-Dienstleistungen, Brauereien und Industriekonzerne für attraktiv hält, haben die Experten von Renaissance Asset Managers die Sektoren Banken, Konsum, Kommunikation und Energie ganz oben auf ihrer Liste.
Was sind die Top-Pics dieser Länder?
Für Franklin Templeton zählen das zweitgrößte ölfördernde Unternehmen in Kasachstan Kazmunigas, der größte Mobilfunkbetreiber im Mittleren Osten und Nord Afrika Orascom Telecom sowie der in Dubai ansässige und in Turkmenistan tätige Öl- und Gasproduzent Dragon Oil zu den bevorzugten Einzeltiteln. Dazu Martin Linsbichler, Franklin Templeton Österreich: „Besonders attraktiv für uns sind Unternehmen, die zuverlässig solide Dividenden ausschütten. Auf der Suche nach reizvoll bewerteten Titeln haben wir im Februar das Engagement in Georgien, Simbabwe, Kenia und der Ukraine verstärkt." Renaissance Asset Managers hält hingegen große Positionen bei der MTN Group, Zenith Bank, Guaranty Trust Bank und First Bank Nigeria.
Wie kann ich in Frontier Markets investieren?
Auf Grund geringer Wachstumsraten in den Industrieländern rechnen Experten wie Peter Zurhorst, dass sich in den kommenden Jahren die Nachfrage nach Schwellenländer-Fonds stark erhöhen wird. Neben Indexzertifikaten wie dem RBS S&P Africa 40 Index Open End Zertifikat (ISIN DE000AA0ZBW6) oder RBS Nigeria PR Index Open End Zertifikat (ISIN: DE000AA0VRW1) können risikofreudige Anleger beispielsweise mit dem Renaissance Sub-Saharan Fund (ISIN: LU0545678558), Renaissance Frontier Markets Fund (ISIN: LU0587031500) oder Templeton Frontier Markets Fund (ISIN: LU0390136736), mit einem aktuellen Fondsvolumen von 927 Mio. USD. in diese Regionen investieren.
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