Anleger zeigte Ronny Pecik wegen Betrugs und Bilanzfälschung an
OLG Wien sprach dem Geschädigten bereits eine Nachzahlung von rund 800.000 Euro zu, nun will der Anleger auch strafrechtlich gegen Pecik vorgehen
Telekom Austria AG
Ein geschädigter Anleger hat den Investor und
Telekom-Austria-Großaktionär Ronny Pecik wegen schweren Betrugs und
Bilanzfälschung bei der Wirtschafts- und
Korruptionsstaatsanwaltschaft angezeigt. Es geht dabei um
Genussscheine des Schweizer Oerlikon-Konzerns, die Pecik dem Anleger
weit unter Wert abgekauft haben soll. Zivilrechtlich hatte das
Oberlandesgericht Wien (OLG) Pecik bzw. seine Victory
Industriebeteiligung bereits zur Nachzahlung von 806.000 Euro
verurteilt, wie das Magazin "Format" bereits im April berichtete. Nun
hat die Sache auch ein strafrechtliches Nachspiel.
Pecik hatte im Jahr 2006 das Genussrechtsverhältnis einseitig aufgekündigt und 57,18 Euro je Genussschein als Abfindung angeboten. Dabei hatte sich Pecik auf eine Bewertung durch einen unabhängigen Wirtschaftsprüfers berufen. Nach Ansicht der Richter wurde ein solches Gutachten aber nicht erstellt, als tatsächliche Abfindung ermittelten die Richter letztlich 80,6 Euro je Genussschein. Nun will der Anleger, dem das OLG bereits recht gegeben hat, auch strafrechtlich gegen Pecik vorgehen und hat deshalb am 23. Mai 2012 - am Tag der Telekom-Hauptversammlung - eine "Sachverhaltsdarstellung" an die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft in Wien übermittelt. Dabei geht es um die Paragrafen 146 und 147 (3) StGB und 255 (1) Z1 AktG, also um den Vorwurf des schweren Betrugs und der Bilanzfälschung, wie ein Sprecher der Staatsanwaltschaft der APA am Freitag bestätigte. Für Pecik gilt die Unschuldsvermutung.
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