Samstag, 18.05.2013 - aktualisiert um 14:32 MEZ
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Nach jahrelanger Diskussion hat sich die Politik vergangenen Herbst durchgerungen, die im Zuge der Wirtschaftskrise massiv in Kritik geratenen Finanzdienstleistungsassistenten, vulgo Keiler, abzuschaffen. Berater, vielfach für große Strukturvertriebe wie AWD oder OVB tätig, durften auch ohne Vorkenntnisse Finanzprodukte verkaufen. Mit der Novellierung des Wertpapieraufsichtsgesetzes (WAG) wird aus dem freien Gewerbe nun ein reglementiertes, die neuen Finanzberater heißen dann "Wertpapiervermittler". Sie müssen eine Prüfung ablegen und sich regelmäßig weiterbilden.

Beim AWD haben die ersten Berater bereits im Juni einen Befähigungsnachweis bei der Wirtschaftskammer (WKÖ) erbracht, teilte das Unternehmen am Freitag mit. Die Finanzfirma verlangt, dass für sie tätige Berater zudem die Prüfung zum "gewerblichen Vermögensberater" absolvieren. Mehr als 90 Prozent der rund 500 AWD-Berater hätten dies bereits getan.
 
Der AWD ist in Österreich sowie in seinem Heimatland Deutschland immer wieder in die Negativschlagzeilen geraten, meist im Zusammenhang mit Anlegern, die sich falsch beraten fühlen. In Österreich beispielsweise sind tausende Kunden, die beim AWD Immofinanz- bzw. Immoeast-Aktien erstanden haben, gegen den Strukturvertrieb vor Gericht gezogen, Streitwert: 40 Mio. Euro. AWD soll in den Verkaufsgesprächen systematisch die Risiken verschwiegen respektive die Papiere als sicher wie ein Sparbuch angepriesen haben, so der - vehement dementierte - Vorwurf von Konsumentenschützern.
 
Wegen des ramponierten Images überlegt nun der AWD-Mutterkonzern Swiss Life, dem AWD einen neuen Namen zu geben. Bis Herbst soll die Entscheidung über eine Umbenennung fallen, schrieb kürzlich die "Financial Times Deutschland" (FTD). Bei AWD Österreich wollte man diese "Spekulation" auf APA-Anfrage heute nicht kommentieren. Die Schweizer hatten den von Carsten Maschmeyer gegründeten "Allgemeinen Wirtschaftsdienst" im Jahr 2007 um 1,2 Mrd. Euro übernommen, die neue Tochter hat seitdem aber kräftig an Umsatz eingebüßt. Wirtschaftsprüfer setzen Swiss Life angeblich unter Druck, eine Abschreibung auf den AWD vorzunehmen. Aktuell steht die Marke AWD mit rund 900 Mio. Euro in den Büchern des Versicherungsriesen.
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Verfasst am 06.07.2012 um 13:37, Autor: APA/DB
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