Freitag, 24.05.2013 - aktualisiert um 23:00 MEZ
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Auch Österreichs Immobilienmarkt leidet nach Einschätzung der Bank Austria unter der Schuldenkrise im Euroraum, von einer ungesunden Blasenbildung in dem Sektor könne man aber nicht sprechen. Doch sollte die Krisenstimmung bald zu einem Ende kommen, sonst drohe die eine oder andere Übertreibung am Markt, warnten Immo-Experten der Bank am Freitag. In Wien stiegen die Immo-Preise 2010 und 2011 um je 8 Prozent, im übrigen Österreich um 5 Prozent. Am Büromarkt in Wien ist die Neuvermietung im Vorjahr von 275.000 auf 260.000 m2 gesunken, die Flächen-Neuproduktion wuchs nur schwach von 165.000 auf 180.000 m2 und dürfte 2012 auf bis zu 240.000 m2 zulegen.

Ohne Absturzgefahr sei der heimische Immo-Markt, da er stark eigenkapitalgetrieben sei, betonte Reinhard Madlencnik, Head of Real Estate Bank Austria, bei einem Pressegespräch. Der Risikoappetit sei wegen der Krisenstimmung aber auch hierzulande derzeit gering: Kommerzielle Investoren würden sich primär auf krisenresistente Objekte in sehr guten Lagen mit Mietern guter Bonität konzentrieren, und Privatinvestoren würden mit ihrer Flucht in "Betongold" die Preise von Wohn-Immobilien nach oben treiben.

Die starke Nachfrage nach Anlegerwohnungen und Zinshäusern ließ die Renditen massiv sinken, da die Käufer den Erhalt ihres Investments und weniger den Ertrag im Blick hätten. In den letzten Jahren lag die Netto-Cash-Flow-Rendite über alle Nutzungsarten bei rund 5 Prozent - für 2011 wurde ein Total Return von 6,3 Prozent errechnet, wobei die Netto-Cf-Rate bei 4,7 Prozent lag und die Wertänderungsrendite bei 1,6 Prozent. "Österreich positionierte sich damit 2011 im europäischen Vergleich im oberen Mittelfeld", heißt es.

Die Investoren-Klagen, dass auch in Österreich die Banken bei Immo-Finanzierungen "zurückhaltend" seien, können die Vertreter des Instituts nicht nachvollziehen. Die Gesamtzins-Belastung - Euribor plus Bankenaufschlag - befinde sich insgesamt auf historisch moderatem Niveau. Madlencnik: "Solange sich die Eurozonenkrise nicht beruhigt, wird uns verstärkte Unsicherheit begleiten. Das heißt, die Refinanzierungskosten der Banken werden weiterhin relativ hoch bleiben und Immobilien-Investoren nach wie vor zurückhaltend agieren", heißt es in den Presseunterlagen wörtlich.
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Verfasst am 06.07.2012 um 13:33, Autor: APA/DB
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