Samstag, 18.05.2013 - aktualisiert um 14:32 MEZ
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Der Wiener Kapitalmarkt muss an seinem Image arbeiten, so das Fazit der Börsianer auf dem von APA-Finance und DerBörsianer.com veranstalteten Expertenforum Q-Check am Dienstagabend.

Der Wiener Markt ist dank gut aufgestellter heimischer Unternehmen attraktiv, wird aber auf den Radarschirmen internationaler Investoren nicht ausreichend wahrgenommen. Mangels Investoreninteresses sind die Umsätze am Wiener Markt zuletzt deutlich zurückgegangen. Speziell für Wien seien aber Investoren aus dem Ausland und hier vor allem aus dem angloamerikanischen Raum besonders wichtig, sind sich die heimischen Experten einig.
 
Die Qualität heimischer Unternehmen, die hohe Qualifikation der Arbeitskräfte und teilweise auch das Osteuropa-Engagement heimischer Firmen werde im Ausland zwar positiv wahrgenommen, berichtet der Raiffeisen Capital Management-Fondsmanager Günther Schmitt. Ausländischen Investoren fallen zu Österreich aber oft Korruptionsskandale sowie ein nicht kapitalmarktfreundliches Umfeld ein, so der Fondsmanager. Auch die niedrige Liquidität des Wiener Marktes dürfte Investoren abschrecken.
 
"Es wäre sinnvoll wenn die Wiener Börse selbst an die Börse gehen würde", skizziert der Investmentstratege der Erste Sparinvest Paul Severin einen möglichen Weg zur Imageverbesserung. Laut dem Experten hätte die Wiener Börse gute Voraussetzungen am Kapitalmarkt zu reüssieren und sollte mit gutem Vorbild vorangehen. Ähnlich sieht dies auch Dominik Hojas, Chefredakteur von DerBörsianer, er schlägt eine Bündelung der Kräfte, sprich die Zusammenführung der Wiener Börse und CEE Stock Exchange, auf einen Standort ohne Rücksichtnahme auf nationale Interessen, zum Wohle der Investoren und Marktteilnehmer vor. Noch einen Schritt weiter geht der BAWAG PSK Invest- Osteuropa-Experten Manfred Sibrawa, für ihn wäre auch eine Fusion mit anderen CEE-Börsen ein Weg zur Stärkung des heimischen Markts.
 
Ein positives Image zu transportieren sei speziell in den USA sehr schwierig, berichtet auch AMAG-CEO Gerhard Falch von seinen eigenen Erfahrungen bei Roadshows. "Wir haben gesehen, wie schwierig es ist, dort ein Thema zu transportieren, weil wir dort kaum wahrgenommen werden", so der Konzernchef.
 
Schließlich müsse auch die Politik daran arbeiten, ein kapitalmarktfreundlicheres Umfeld zu schaffen, sind sich die Experten einig. Die oft kritisierte Kapitalertragsstreuer ist für den Wiener Privatbank-Chef-Asset-Manager Alfred Reisenberger dabei aber nicht das Hauptproblem. Schließlich sei das Sparbuch auch trotz stark gesunkener Verzinsung noch immer die beliebteste Anlageform in Österreich.
 
"Wir waren viel auf Roadshows, dort waren Steuern kein Thema", berichtet auch der Vorsitzende des conwert-Verwaltungsrats Johannes Meran. "Wir können nur durch Qualität und gute Performance der Unternehmen zeigen, dass wir unterbewertet sind", glaubt Meran.
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Verfasst am 18.04.2012 um 14:23, Autor: DH
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