Deutsche Scholz AG machte 4,5 Mrd. Euro Umsatz mit Schrott-Recycling
Spart 2010 weltweit 12,2 Mio. Tonnen CO2, 1,3 Mio. t in Österreich - Großer Schrottplatz in Linz in Bau
voestalpine AG
Das deutsche Stahl- und
Metallschrottrecyclingunternehmen Scholz AG mit Hauptsitz in Essingen
hat 2010 einen Umsatz von 4,5 Mrd. Euro erwirtschaftet und dabei
weltweit 12,2 Mio. Tonnen CO2 eingespart, 1,3 Mio. t davon in
Österreich. Die Vorteile von Recycling und die Einsparungspotenziale
beim CO2 umrissen Vorstand Oliver Scholz, der Geschäftsführer Scholz
Austria, Manfred Födinger, und voestalpine-Vorstand Wolfgang Lakata
in einer Pressekonferenz am Dienstag in Linz. Am Linzer Hafen werden
bis Juni 2012 etwa 10 Mio. Euro in einen neuen Schrottplatz
investiert.
"In der Stadt liegen die Rohstoffe und brauchen nur gesammelt zu werden", sagte Födinger und führte als Beispiel die Bauarbeiten am Wiener Südbahnhof an, wo Scholz 12.000 t Schrott holte. Mit dem Schlagwort Urban Mining (Stadtschürfung) bezeichne man die Rohstoffgewinnung innerhalb städtischer Räume, die Scholz als Lösung für Rohstoffknappheit, Klimawandel und Schwankungen der Weltwirtschaft bieten könne, so der Vorstand.Die Scholz Austria GmbH wurde 2006 als Joint Venture mit der österreichischen Stahlindustrie (hält 40 Prozent) gegründet, der voestalpine Rohstoffhandel ging darin auf. 2010 wurden an 16 Standorten mit 270 Mitarbeitern 380 Mio. Euro erwirtschaftet und eine Verkaufstonnage von 1,1 Mio. Tonnen Sekundärrohstoffen produziert. Die Beteiligung an einer großen tschechischen Firma stelle die Versorgung sicher. Am Linzer Hafen werde derzeit ein 20.000 Quadratmeter großer Schrottplatz gebaut, der Juni 2012 fertiggestellt sein soll. Rund 10 Mio. Euro werden hier investiert. Die langfristigen Ziele seien, die Prozesse zu optimieren, Synergien zu nutzen und Versorgungssicherheit zu gewährleisten, so Födinger.
5,5 Mio. t Stahl würden pro Jahr in Linz produziert, so Lakata, 4,7 Mio. t davon aus Roheisen aus dem Hochofen, 1,4 Mio. t oder 23 Prozent aus Schrott. Rund 750.000 t liefere Scholz zu, der Rest sei Eigenschrott. Der Anteil an Schrott in der Stahlproduktion der voestalpine sei limitiert, so Lakata. "Es gibt eine gewisse Atmungsbreite, mit 25 Prozent sind wir aber technologisch begrenzt."
Die deutsche Scholz AG, ein Familienunternehmen seit 1872, beschäftigt 7.200 Mitarbeiter an 500 Standorten in 20 Ländern und produziert 10,5 Mio. Tonnen Verkaufstonnage jährlich. Das Hauptgeschäftsfeld ist das Recycling von Altmetall. Bei Altfahrzeugen liege die Wiedergewinnungsquote bei 95 Prozent. Dazu wurden aufwendige Technologien entwickelt. "Da sind wir lange noch nicht am Ende", so Scholz, der sich mehr Disziplin beim Einzelnen wünscht, da viele Elektrokleingeräte im Hausmüll, damit in der Müllverbrennungsanlage landen würden und dadurch Metalle verloren gingen. Ein Reglement forderte auch Födinger von der Politik, da von den 260.000 Altfahrzeugen pro Jahr in Österreich nur 60.000 in die Schredderanlagen kämen. Der Rest gehe in den Export, wertvolle Rohstoffe gehen damit verloren.
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