Erste schrieb rumänische Tochter BCR bisher um 1,5 Milliarden ab
Firmenwert nach mehreren Korrekturen jetzt noch bei 890 Mio. Euro - Höhepunkt der Kreditwertberichtgungen in Rumänien heuer erwartet
Erste Group Bank AG
Die börsenotierte österreichische Erste Group hat auf
ihre verlustreiche rumänische Tochterbank BCR (Banca Comerciala
Romana) im heurigen zweiten Quartal neuerlich
Firmenwertabschreibungen von 210 Mio. Euro vornehmen müssen. Ende des
dritten Quartals 2011 wurde in den Büchern zuletzt ein größerer
Brocken von knapp 700 Millionen abgeschrieben. Laut Konzernchef
Andreas Treichl hat die Erste in ihren Büchern die rumänische Tochter
bisher insgesamt um knapp 1,5 Mrd. Euro abwerten müssen.
Für den Kauf der BCR hatte die Erste Group insgesamt etwas mehr als 4 Mrd. Euro hingeblättert.Die Firmenwertabschreibungen betreffen nun die beim Kauf getätigte "Überzahlung" auf den Buchwert. Zur Erinnerung: Die Mehrheit an der BCR-Bank kostete die Erste vor sechs Jahren fast sechsmal den damaligen Buchwert (Multiple 5,8). Der gegenwärtige Buchwert wird für die BCR mit 1,6 Mrd. Euro beziffert.
Mit den jetzigen neuerlichen Abwertungen sollte es laut Treichl bei der BCR jetzt allerdings getan sein, ausschließen könne man in solchen Zeiten solches für alle Zukunft freilich nie.
Aktuell liege der Firmenwert der BCR jetzt bei 890 Mio. Euro, berichtete der Erste-Vorstand heute in der Halbjahrespressekonferenz.
Bei der rumänischen Bank fiel im ersten Halbjahr 2012 nach weiter steigenden Kreditwertberichtigungen ein Nettoverlust von 140,5 Mio. Euro an. Bei den Kreditwertberichtigungen in Rumänien erwartet die Erste erst Anfang 2013 eine Entspannung. Ende Juni lag die Quote der faulen Kredite (Non Performing Loans) in Rumänien bereits bei 26,2 Prozent.
Fast so hoch, nämlich bei 24,6 Prozent, liegt die NPL-Quote auch in der Ungarn-Tochter.
Insgesamt glaubt die Erste, dass bei den Belastungen in Osteuropa das Schlimmste vorüber ist. Auch Rumänien und damit das Geschäftsumfeld für die Bank dort würden sich sogar schneller erholen als manche westeuropäischen Länder, meint Treichl. Er sieht das aber selber nur als schwachen Trost. (Forts.mögl.) rf/sp
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