Freitag, 24.05.2013 - aktualisiert um 23:00 MEZ
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OMV AG
Für EU-Kommissar Günther Oettinger ist das große Ziel die Öffnung des südlichen Energiekorridors, um Gas aus den Quellenländern der kaspischen Region wie Aserbaidschan zu beziehen, später auch aus Turkmenistan bzw. dem nördlichen Irak. "Es geht um das Gas. Und es geht um die Möglichkeit, Gas aus dem kaspischen Raum nach Südeuropa zu bekommen", sagte der EU-Kommissar zur Tageszeitung "Der Standard" vom Freitag und fügte hinzu: Klar sei, "Wien ist die Drehscheibe Europas im Gasgeschäft". Über welche Leitung das Gas komme, sei sekundär. Es gehe um entsprechende Gasmengen und sichere, nötigenfalls einklagbare Verträge.

Unter diesen Bedingungen könne man akzeptieren, dass der aserbaidschanische Staatskonzern Socar gemeinsam mit türkischen Partnern die Pipeline durch die Türkei bis zur türkisch-bulgarischen Grenze selbst baue. Dort könnten dann die verkürzte Nabucco West bzw. die SEEP (South East Europe Pipeline; Anm.) andocken, meinte Oettinger weiter.

Zu den Problemen der ursprünglich geplanten klassischen Nabucco-Pipeline unter Federführung der OMV zählt Oettinger die über Jahre hingezogenen Vorarbeiten bzw. die deutliche Verteuerung des Projekts. Die Konsortialpartner seien nicht mehr so leistungsfähig wie vor einigen Jahren. Der deutsche Nabucco-Partner RWE etwa müsse sich wegen der deutschen "Energiewende" umorientieren. Außerdem wäre anfangs nicht genügend Gas vorhanden gewesen.

Die nächste Entscheidung seitens des Gasquellen-Konsortiums erwartet Oettinger in den nächsten drei Wochen. "Dann werden wohl nur noch TAP (Trans-Adriatische-Pipeline, Anm.), die Leitung Griechenland-Italien sowie Nabucco West oder SEEP in die Endentscheidung gehen", die sich noch ein Jahr ziehen könnte.
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Verfasst am 22.06.2012 um 12:01, Autor: APA
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