Donnerstag, 23.05.2013 - aktualisiert um 19:38 MEZ
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EVN AG
Der niederösterreichische Energieversorger EVN ist zu weiteren Stromhilfen für Deutschland bereit, wie sie zum ersten Mal schon im vergangenen Winter geleistet wurden. Man stehe bereits in Gesprächen mit der deutschen Bundesnetzagentur, sagte EVN-Chef Peter Layr am Donnerstag vor Journalisten in Wien. Der Bedarf an zusätzlicher Kapazität zur Stabilisierung des Netzes im süddeutschen Raum sei "nicht geringer geworden", daher erwarte die EVN eine Anfrage, und man werde auch erneut mitbieten, kündigte Layr an.

Mit einer Kapazität von 800 Megawatt (MW) habe die EVN im abgelaufenen Winter den größten Beitrag zur Stabilisierung der Situation in Süddeutschland geleistet, erinnerte Layr. Der nö. Versorger hatte nach damaligen Angaben insgesamt 785 MW aus Gaskraftwerken als Reserve zur Verfügung gestellt, und zwar 450 MW aus dem Block Theiß Kombi Erdgas sowie weitere 335 MW aus Theiß und Korneuburg (je ein Block Erdgas). Erstmals war die Austro-Stromhilfe für Deutschland Anfang Dezember geleistet worden, wobei auch der Verbund Elektrizität (aus Neudorf-Werndorf) bereit stellte.

Grund des deutschen Bedarfs an zusätzlichen thermischen Kapazitäten ist der Ausstieg aus nuklearer Stromproduktion bei gleichzeitig hohem Windkraft-Überangebot im Norden des Landes, das wegen fehlender Stromnetz-Kapazitäten aber kaum zu den großen Verbrauchszentren im Süden Deutschlands gelangt.

In den Kraftwerken Theiß und Korneuburg kann die EVN nun vergleichsweise recht günstig Elektrizität erzeugen - für beide Anlagen sind im abgelaufenen Geschäftsjahr 2010/11 (per 30.9.) wegen der hohen Erdgaspreise die Buchwerte auf Null abgeschrieben worden, bestätigte EVN-Vorstand Stefan Szyszkowitz am Donnerstag im Halbjahrespressegespräch. EVN-Vorstandssprecher Layr hofft freilich, dass beide Werke wieder einen Stand-by-Ertrag bringen werden.

Bei Gas sei nach wie vor kein wirtschaftlicher Kraftwerkseinsatz möglich, daher seien im Vorjahr die Wertberichtigungen erfolgt, sagte Layr; dafür waren damals Wasserkraft-Bezugsrechte zu Wien-Freudenau aufgewertet worden. Ob Gaskraftwerke wie Theiß oder Korneuburg wieder zum Einsatz kommen, "bestimmt der Herr Putin mit dem Gaspreis", sagte der EVN-Chef. Allerdings benötige man auch hierzulande Gaskraftwerke im Zusammenhang mit dem Windenergie-Ausbau. Layr: "Wir sehen Gas schon als Brückentechnologie in der Energiewende", nämlich gegen die Netzinstabilität, da diese Anlagen rasch anzufahren sind.

Sehr stark abhängig sein werde der Gaskraftwerkseinsatz vom Windkraftzubau in Niederösterreich, in Österreich und in Europa, so Layr - und vom konkreten Bedarf an sicheren Gaskraftwerken, die dann vielleicht nur mehr 500 oder 1.000 Stunden im Jahr laufen statt früher üblicher 6.000 Stunden jährlich.

Um günstigere Erdgas-Lieferverträge bemühe sich "ganz Europa", sagte Layr und verwies etwa auf E.ON, EdF oder EconGas. Die EVN - die zum EnergieAllianz-Vertrieb zählt - habe aufgrund von Preisnachlässen, die mit Gazprom erzielt werden konnten, ihren Kunden ja knappe 5 Prozent Gaspreis-Bonus geben können: "Da wird nicht locker gelassen werden können. Wir werden mit den Russen weiterverhandeln." Weitere Verbilligungen werde man ebenfalls 1:1 an die Kunden weitergeben, sicherte der EVN-Vorstandssprecher zu.
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Verfasst am 31.05.2012 um 11:27, Autor: APA
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