Fremdwährungskredite - Erste rät zu Umstellung, sieht weiteres Risiko
Noch immer Frankenkredite in Höhe von 34 Mrd. Euro in Österreich aushaftend, davon 2 Mrd. Euro bei der Erste Bank
Erste Group Bank AG
Die Problematik der Fremdwährungskredite, die im
Gefolge der Finanzkrise respektive Wechselkursveränderungen vielen
österreichischen Häuslbauern herbe Verluste beschert haben, könnte
sich angesichts der Eurokrise erneut verschärfen. Wenn nämlich die
Nachfrage nach Schweizer Franken als sichere Anlage steigt, dürfte es
für die Schweizer Notenbank SNB schwer werden, den Mindestwechselkurs
von 1,20 zu verteidigen - mit Nachteilen für Franken-Kreditnehmer,
warnte am Freitag die Erste Bank. Sie will ihre Kunden weiterhin zur
Konvertierung bewegen.
Bereits vor knapp einem Jahr hat die Erste eine "Offensive" gestartet und ihre Kunden angeschrieben. Mehr als 2.500 Personen hätten sich umstellen lassen, was einem Kreditvolumen von rund 400 Mio. Euro entspreche. Zudem seien rund 1.500 Fremdwährungskreditnehmer von einem endfälligen auf einen tilgenden Kredit umgestiegen (rund 270 Mio. Euro), teilte das Geldhaus mit.Die Erste Bank hat aber laut Eigenangaben immer noch 14.000 Privatkunden mit Fremdwährungskredit, das aushaftende Volumen wurde heute mit 2 Mrd. Euro beziffert. Österreichweit sei noch fast jeder vierte Privatkredit ein Frankenkredit, 34 Milliarden seien sohin in Franken aushaftend. Bei der Erste haben die Kunden im Schnitt 150.000 Euro ausgeliehen. Seit gut zwei Jahren dürfen die heimischen Banken keine Fremdwährungskredite mehr an Private vergeben.
Ende der 1990er Jahre haben rund 250.000 Österreicher einen Kredit in Schweizer Währung aufgenommen, um ihr Eigenheim zu finanzieren. Das Gros der Frankenkredite ist endfällig - neben dem Wechselkursrisiko sind Kreditnehmer also auch der Gefahr ausgesetzt, dass der Tilgungsträger weniger abwirft als erwartet, am Ende der Laufzeit also zu wenig Geld da ist, um den Kredit zurückzuzahlen. Verbraucherschützer kritisieren dieses Modell heftig, sind aber auch gegen die - oft teure - Zwangskonvertierung Sturm gelaufen.
Die Erste Bank verlangt für die Umstellung keine Spesen und Gebühren, wie sie heute betonte. Mit einem neuen Angebot will sie noch weiteren Kunden den Umstieg in einen Euro-Kredit schmackhaft machen: Offeriert wird ein zehnjähriger tilgender Euro-Kredit mit einem garantierten Fixzinssatz von 2,9 Prozent jährlich.
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