Immofinanz-Anleger siegt vor OGH: Aviso Zeta will Ex-Vorstände klagen
Ein paar Kläger wurden von Vorstand persönlich beraten
Immofinanz AG
Die zur Immofinanz gehörende Aviso Zeta, "Bad Bank"
der ehemaligen Constantia Privatbank, hat in einem Anlegerverfahren
kürzlich eine juristische Niederlage einstecken müssen. Ein
Immofinanz-Anleger, der von einem damaligen Constantia-Vorstand
persönlich beraten worden war, klagte die Aviso und bekam Recht. Nun
hat auch der Oberste Gerichtshof (OGH) die außerordentliche Revision
der Beklagten zurückgewiesen. Das Geld, das die Aviso dem Anleger als
Ersatz für die Wertpapierverluste zahlen muss, will sie sich vom
betreffenden Vorstand zurückholen.
Der Anleger habe im Verfahren vorgebracht, dass der Vorstand zum Zeitpunkt der Beratung mehr gewusst habe als die Öffentlichkeit, sagte Immofinanz-Rechtschef Josef Mayer am Freitag zur APA. Der OGH habe befunden, dass es im konkreten Fall dem Vorstand möglich gewesen wäre, sich zu entschlagen; auf das Thema Insiderwissen sei das Höchstgericht nicht eingegangen.Aufgrund dieses OGH-Entscheids will sich die Aviso Zeta jetzt gleich bei mehreren früheren Constantia-Vorständen regressieren. "Wenn es ein Fehlverhalten der Vorstände war", könnten diese geklagt werden, so Mayer. Konkret will die Aviso Zeta Ex-Immofinanz- und -Constantia-Chef Karl Petrikovics sowie dessen frühere Vorstandskollegen Karl Arco und Norbert Gertner vor den Kadi zerren, kündigte Mayer an. Sie alle hätten "in besonderen Fällen" auch Kundenberatung durchgeführt.
Gegen Petrikovics und Co. laufen seit geraumer Zeit auch strafrechtliche Ermittlungen, es gilt die Unschuldsvermutung. Der Prozess könnte im Herbst starten.
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