Land Kärnten verkauft weitere Kelag-Anteile an RWE
Laut "Kleine Zeitung" bleibt Einfluss auf Unternehmen über Energieholding weiterhin bestehen - RWE zahlt 98 Mio. Euro
VERBUND AG
Das Land Kärnten verkauft erneut Anteile der
Kärntner Elektrizitäts-Aktiengesellschaft (Kelag). Wie die "Kleine
Zeitung" in ihrer Dienstag-Ausgabe berichtet, werden sechs Prozent
der Anteile an der Kärntner Energieholding (KEH) an den deutschen
Stromkonzern RWE veräußert. Das Land behält aber über die KEH
weiterhin den bestimmenden Einfluss auf den Energieversorger. Der
Kaufpreis wird mit 98 Mio. Euro beziffert, das Geld fließt in die
Schuldentilgung.
Im Mai 2001 hatte das Land Kärnten dem RWE-Konzern 49 Prozent an der Kärntner Energieholding verkauft. Die Konstruktion über die Holding wurde bewusst gewählt. Damit konnte das Land seine direkten Anteile an der Kelag auf etwas mehr als 32 Prozent herunterfahren und trotzdem die Kontrolle behalten. Denn die KEH hielt bisher 63,85 Prozent an der Kelag, in der KEH hat aber das Land 51 Prozent und damit das Sagen. Der Verbund blieb außen vor, obwohl er mit 35,12 Prozent größter Aktionär des Unternehmens ist.
Im November 2009 hatte der Kärntner Finanzlandesrat Harald Dobernig, damals noch unter BZÖ-Flagge, einen Verkauf von Kelag-Anteilen kategorisch ausgeschlossen. "Kärnten steht zur Kelag und wird sich von seinen Anteilen nicht trennen", so Dobernig damals. Jetzt ist alles anders, Dobernig betont allerdings, man behalte alle Rechte bei der Kelag und könne zugleich Schulden abbauen. Der Deal wurde am Montag finalisiert, am (heutigen) Dienstag wird die Landesregierung informiert.
Die KEH verkauft 12,85 ihrer 63,85 Prozent an die RWE, die sich sozusagen selbst sechs Prozent der Kelag-Anteile abkauft. Dem Kauf liegt eine Unternehmensbewertung in der Höhe von rund 1,75 Mrd. Euro zugrunde. Das Unternehmen erzielte im vergangenen Jahr ein Konzernergebnis von 92 Mio. Euro.
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