Samstag, 18.05.2013 - aktualisiert um 14:32 MEZ
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Lenzing AG
Der börsenotierte Faserhersteller Lenzing wächst in China ungebremst weiter. "Wir haben in den vergangenen sechs Jahren fast 200 Mio. Dollar (145 Mio. Euro, Anm.) investiert und wollen diese Investitionen in den nächsten fünf Jahren verdoppeln", sagte Unternehmenschef Peter Untersperger kurz vor der offiziellen Inbetriebnahme einer weiteren Produktionslinie in Nanjing zur APA, der Probebetrieb läuft seit Juli. Allein in die dritte Werkshalle flossen 78 Mio. Dollar. Dabei wurden 225 neue Jobs geschaffen. Der Konzern ist derzeit der zweitgrößte österreichische Investor in China - hinter dem steirischen Leiterplattenhersteller AT&S.

Inklusive der dritten Produktionslinie (60.000 Tonnen) im Hongshan Industrial Park von Nanjing verfügt Lenzing in China derzeit über eine Jahreskapazität von 140.000 Tonnen - bis 2015 ist eine dynamische Aufstockung auf 250.000 Tonnen geplant, sagte der Standortleiter in China, Mark Stubbs, vor einer Wirtschaftsdelegation der Wirtschaftskammer Österreich unter der Leitung von Präsident Christoph Leitl in China. Weitere Produktionshallen an dem Standort sind fix geplant.

Bei der Produktionskapazität von Viskosefasern rangiert Lenzing in China derzeit auf Platz sechs. Marktführer sind die drei chinesischen Hersteller Fulida, Aoyang und Helon. Den Standort in Ostchina führt der Konzern gemeinsam mit dem chinesischen Joint-Venture-Partner Nanjing Chemical Fiber Co., Ltd, der 30 Prozent an dem Gemeinschaftsunternehmen hält. Bei der Lenzing (Nanjing) Fibers Co., Ltd. sind derzeit den Angaben zufolge 800 Mitarbeiter beschäftigt.

Schon jetzt erzielt der oberösterreichische Konzern mehr als die Hälfte (53 Prozent) seines Umsatzes in Asien, 36 Prozent entfallen auf Europa inklusive Türkei, der Rest auf die USA. "Damit ist für uns natürlich die Konjunkturentwicklung in Asien entscheidend - hier hat man eher vor einer Überhitzung Angst", so der CEO. China sei der wichtigste Viskosemarkt. "Das Land ist ein essenzieller Baustein, weil es über 50 Prozent der weltweiten Viskosefaserproduktion bestreitet."

Lenzing investiere in China, "weil wir natürlich nahe an unseren Kunden sitzen wollen, weil es hier moderne Infrastruktur gibt und weil hier die Konkurrenz ist", erklärte Untersperger. In China sind den Angaben zufolge fast 40 Viskoseproduzenten aktiv. Die Viskosefasern, die Lenzing in Nanjing herstellt, gehen ausschließlich an Spinner und Weber vor Ort.

Nur 200 Meter von dem chinesischen Lenzing-Werk entfernt hat sich beispielsweise die Linz Textil mit einem kleinen Werk (47 Mitarbeiter) angesiedelt: "Wir haben diese Fabrik für China gebaut und versuchen auch in Vietnam, Thailand und Südkorea Fuß zu fassen", sagte der General Manager vor Ort, Florian Kuntner, zur APA. Der Markt sei äußerst schwierig, denn die chinesischen Stricker schauten nur auf den Preis und nicht auf die Qualität.

Für das zweite Halbjahr erwartet Untersperger zwar einen Abschwung bei den Preisen, rechnet aber dessen ungeachtet mit einem "absoluten Rekordjahr betreffend Umsatz und EBITDA". Analystenschätzungen zufolge sollen die Verkaufserlöse heuer gegenüber 2010 von 1,77 auf 2,1 Mrd. Euro klettern, das operative Ergebnis vor Abschreibungen und Amortisationen von rund 331 auf 475 bis 500 Mio. Euro.

Weltweit will Lenzing im Zeitraum 2010 bis 2014 etwa 1,5 Mrd. Euro für Expansion und Maintenance ausgeben und dabei die Faserproduktion von derzeit 720.000 auf 1,1 Mio. Tonnen pro Jahr steigern. Derzeit ist der Konzern mit Sitz im oberösterreichischen Lenzing Weltmarktführer mit einem Marktanteil von 17 Prozent - gefolgt von der indischen Grasim (8 Prozent) und den chinesischen Herstellern Fulida (7 Prozent), Aoyang (7 Prozent) und Helon (6 Prozent). Der Markt ist stark fragmentiert.
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Verfasst am 24.10.2011 um 15:26, Autor: DH
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