Dienstag, 21.05.2013 - aktualisiert um 19:07 MEZ
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OMV AG
Das aserbaidschanische Gaskonsortium Shah Deniz II werde sich am Ende des Tages für Nabucco als Partner für Gaslieferungen nach Europa entscheiden, zeigte sich Reinhard Mitschek, Geschäftsführer der Nabucco Gas Pipeline International, am Freitag bei einer Telefonkonferenz überzeugt. Die kürzlich erfolgte Vorauswahl der geplanten Gas-Pipeline "Nabucco West" zu einer der bevorzugten Pipelinerouten nach Europa sei ein klares Zeichen dafür, dass Nabucco West das wettbewerbsfähigste Pipeline-Projekt für Südosteuropa sei, so Mitschek.

"Nabucco West wird das endgültige Projekt sein, um die kaspische Region mit Europa zu verbinden", sagte Mitschek. Nun werde man in vertiefte Verhandlungen mit Shah Deniz eintreten. Ein zentraler Punkt dabei werde die zeitliche Abstimmung der Aktivitäten und Projektpläne zwischen Nabucco, der Transanatolischen Pipeline TANAP und Shah Deniz sein. Derzeit sei es deshalb noch zu früh, um ein exaktes Datum für den Start der Open-Season - dem Anbieten von Lieferkapazitäten - und für endgültige Investitionsentscheidungen zu geben. Die Detail-Verhandlungen mit Shah Deniz würden sofort beginnen. Der Open-Season-Prozess werde starten, sobald die Gaslieferverträge mit dem Lieferanten Shah Deniz und den europäischen Käufern abgeschlossen werden können. Hier sei man vom Gasmarkt abhängig.

Mitschek geht für Nabucco beim Start von einer Liefermenge von mindestens 10 Mrd. m3 Gas aus. Diese Menge könnte sich in kurzer Zeit auf bis zu 23 Mrd. m3 erhöhen. Von den 16 Mrd. m3, die Shah Deniz jährlich produziere, dienten 6 Mrd. m3 zur Versorgung der regionalen Märkte und 10 Mrd. m3 werden durch die Nabucco nach Europa gelangen. Später dürften auch von Turkmenistan und aus dem Irak noch einige Milliarden dazukommen, so Mitschek.

Im Vergleich mit dem Konkurrenten TAP, der ebenfalls in die engere Auswahl von Shah Deniz gekommen ist, sieht Mitschek Nabucco im Vorteil, weil am besten rechtlich abgesichert, die Unterstützung von mehreren Staaten, und abgeschlossene Projektunterstützungen. Nabucco könnte auch verschiedene Gasqualitäten anbieten und die meisten Länder und Endverbraucher erreichen. Das seien auch Vorteile für die Gasanbieter in Aserbaidschan. Derzeit sei es noch nicht möglich, genauere Kosten für die geplante Nabucco West zu nennen.

Die Nabucco-Aktionäre wären grundsätzlich offen für weitere Aktionäre, welchen einen zusätzlichen Nutzen für das Projekt bringen könnten. Der jüngste Interessent, die Bayerngas, würde bei Nabucco eine Due Diligence machen. Zeitplan dafür gebe es keinen. Einen möglichen Einstieg von Shah Deniz-Partnern als Nabucco Aktionäre wollte Mitschek auch nicht ausschließen.

Nach Angaben der aserbaidschanischen Gasfirma Socar könnte die endgültige Entscheidung für Nabucco noch im laufenden Jahr fallen, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters.

Die ungarische MOL, über eine Tochter Konsortialpartner der Nabucco, begrüßte heute ebenfalls die Entscheidung des Shah Deniz-Konsortium, Nabucco West als bevorzugte Pipelineroute in Betracht zu ziehen. MOL hält eine überarbeitete, kürzere und kleinere Nabucco-Pipeline für machbar.
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Verfasst am 29.06.2012 um 14:04, Autor: APA
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