Post-Hauptversammlung - Staller: "Wo bleibt die Christl von der Post"
Aktionärskritik: Zu wenige Frauen im zu großen Aufsichtsrat - Pölzl verteidigt Bestellung von Personalchef Nigl

Bei der heutigen Hauptversammlung (HV) der börsenotierten teilstaatlichen Post AG gab es Kritik an der Anzahl der Aufsichtsräte und der geringen Frauenquote im Management sowie an der Transparenz bei der Vorstandsvergütung. Gleichzeitig wurde Postchef Georg Pölzl zugestanden, dass er mehr Dynamik in das Unternehmen gebracht habe.
Geht es nach den Wortmeldungen der Aktionäre, dann soll die Zahl der Aufsichtsräte von derzeit 8 Personen auf 6 reduziert werden. Weiters sollte die Frauenquote von derzeit 22 Prozent erhöht werden, schließlich sind rund ein Drittel der Postler Frauen. Im Vorstand gibt es keine einzige Frau. Aufsichtsratschef Peter Michaelis meinte, es sei zwar begrüßenswert, wenn der Frauenanteil steigt, alleine das Geschlecht dürfe aber kein Karrierekriterium sein. "Wo bleibt die Christl von der Post", meinte hingegen der streitbare Investor Rupert Heinrich Staller. Und Kleinanlegervertreter Wilhelm Rasinger hielt fest: "Ich würde es begrüßen, wenn auch die Vertreter der Arbeitnehmer im Aufsichtsrat auf die Frauenquote achten würde."Pölzl meinte zur Kritik an unzureichender Transparenz bei den Vorstandsbezügen, dass eine Einzelveröffentlichung nicht der Gesetzeslage entsprechen würde. Die flexiblen Gehaltsbestandteile würden sich unter anderem am Ergebnis je Aktie und am Free Cash Flow orientieren. Details nannten Pölzl und Michaelis nicht. Die Post betonte am Donnerstag, dass die Aufsichtsratsvergütung für Aufsichtsratschef Peter Michaelis in Höhe von 25.000 Euro direkt an die Staatsholding ÖIAG geht.
Kritik gab es auch an der Bestellung von Franz Nigl zum Personalchef der Post. Der Ex-ÖBB-Topmanager war zuvor im Mittelpunkt der sogenannten Datenaffäre bei den ÖBB gestanden, wo Krankenstandsdaten über das zulässige Maß hinaus erhoben wurden. Pölzl betonte heute, dass Nigl sein volles Vertrauen genieße und an den Vorwürfen nichts dran sei.
Zu der Anfang 2011 bevorstehenden völligen Marktliberalisierung meinte Post-Finanzchef Rudolf Jettmar, dass der derzeit noch regulierte Markt (Briefe bis 50 Gramm) ein Volumen von 600 Mio. Euro habe, wovon rund ein Drittel für eventuelle Mitbewerber interessant wäre. Dies wären in erster Linie die Ballungsräume. (Forts. mögl.) stf/ivn
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