Samstag, 25.05.2013 - aktualisiert um 11:20 MEZ
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Raiffeisen Bank International AG
Die ungarische Tochterbank der Raiffeisenbank International (RBI) hat im ersten Quartal 2012 ihren Verlust im Jahresabstand von 10 auf 20 Mio. Euro verdoppelt. Allerdings hatte der Verlust dieser Tochter im vierten Quartal 2011 nicht weniger als 140 Mio. Euro betragen. In Ungarn schmerzen weiter Kreditwertberichtigungen und Bankensteuer. Alarmiert ist RBI-Chef Herbert Stepic von ungarischen Plänen einer Transaktionssteuer. Die Probleme in dem Land setzten sich also fort, fürchtet er.

Stepic zweifelt nicht wirklich daran, dass es in Ungarn, das dringend Hilfskredite nötig hat, zu einer Einigung mit der EU und dem Währungsfonds kommt. Auch wenn der IWF hartnäckig sei und unter anderem darauf dränge, davor das Zentralbankgesetz in Ordnung zu bringen. Selbst für den unwahrscheinlichen Fall, dass eine IWF-Einigung unterbleibe, sähe Stepic keinen kurzfristigen Zahlungsausfall Ungarns. Vergleiche mit Griechenland wären da völlig unzutreffend.

Die Tochterbank in Slowenien, die 2011 mit Verlust schloss, hat es im ersten Quartal auf ein Nullergebnis gebracht. Deutlich mehr Quartalsgewinn meldeten die Banken in Rumänien, Serbien und vor allem jene in Russland, die es auf ein dreistelliges Nettoergebnis (117 Mio. Euro) brachte. Polen und Russland gelten als Wachstumsmärkte der nächsten Zeit.

Kein Interesse hat Stepic an den seit Montag zum Verkauf stehenden Balkan-Banken der staatlichen Hypo Alpe Adria Bank. Natürlich gebe es da einige Institute, die er als durchaus interessant sähe, sagte er. Raiffeisen sei in dem Raum aber mit eigenen guten Banken vertreten. Deshalb wird er sich bei der Hypo auch keine Verkaufsunterlagen besorgen. Für Newcomer in der Region könnten einige dieser Hypo-Töchter aber interessant sein, räumte Stepic ein.

Leicht erhöht hat sich im ersten Quartal in den RBI-Banken nochmals die Quote an faulen Krediten. Sie stieg seit Dezember um 0,2 Prozentpunkte auf 8,9 Prozent per Ende März. In Ungarn sind es allerdings fast 25 Prozent.

Dank Sondergewinnen nach Wertpapierdeals hat die RBI im ersten Quartal 2012 ihren Nettogewinn auf 541 Mio. Euro verdoppelt. So ergab sich aus weiteren Verkäufen von Wertpapieren (u.a. vor drei Jahren günstig erworbene Bundesanleihen) ein Vorsteuergewinn von 159 Mio. Euro. Durch den vorzeitigen Rückkauf von Hybridanleihen kam ein weiterer Vorsteuer-Sondergewinn von 113 Mio. Euro herein.

Ein im Vorjahr verbuchter Sondereffekt hat sich zum Teil schon wieder ins Gegenteil verkehrt: 2011 halfen ergebnissteigernde Bewertungsgewinne aus der Abwertung eigener Schulden (Anleihen) mit rund 200 Mio. Euro. Rund 76 Mio. Euro davon haben sich im ersten Quartal 2012 durch Marktänderungen schon wieder in Luft aufgelöst.
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Verfasst am 24.05.2012 um 13:23, Autor: APA
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