Telekom Austria - Pecik: Deal ging von Mexikanern aus
Pecik: Keine Rede von Zerwürfnis mit Partner Sawiris - Gewinn bei Telekom-Verkauf "geht sich knapp aus"
Telekom Austria AG
Wie viel er mit dem Verkauf seines Anteils von 20,97
Prozent an der Telekom Austria verdient - nach aktuellen Kurs sind
die 93 Millionen Aktien derzeit knapp 762 Mio. Euro wert, kolportiert
wird ein Verkaufspreis von rund 883 Mio. Euro - wollte der Investor
Ronny Pecik am Freitag nicht verraten - aber dass ihm nach Abzug
seiner Kosten etwas übrig bleibt "geht sich knapp aus", sagte Pecik
vor Journalisten in Wien. "Bitte gehen Sie davon aus, dass ich sehr
gute und tolle Mitarbeiter habe, die ein Schweinegeld kosten."
Auch sein Partner beim Telekom-Deal, der Ägypter Naguib Sawiris, "ist guter Dinge", berichtete Pecik. Wenn Sawiris gesagt hab,e "it was a nice profit", dann müsse man bedenken, dass Sawiris aus einem arabischen Land komme, "die jammern immer". Von einem Zerwürfnis mit Sawiris, der von Anfang an ein Finanzinvestor gewesen sei, könne keine Rede sein, man sei bei dem Geschäft immer einvernehmlich vorgegangen. "Sie können ihn gerne anrufen. Heute ist Freitag, dann ist er in St. Tropez."Pecik sieht keinen Widerspruch darin, dass er zunächst als strategischer Investor der Telekom Austria auftrat und nun sein Aktienpaket weiterverkauft. Der Erstkontakt mit Slims America Movil sei ungefähr zwei, drei Monate nach seinem Einstieg bei der TA erfolgt und von den Mexikanern initiiert worden. Es sei auch nicht richtig, dass die ÖIAG den Kontakt hergestellt habe.
Im übrigen werde auch der österreichische Staat bei dem Deal seinen Schnitt machen. "Wenn Sie meine Steuererklärungen der letzten fünf Jahre sehen, muss ich mit einem rechnen, dass Sie sagen: 'Pecik, Sie sind ein schöner Trottel.'"
Er werde seinen gesamten Anteil von 20,97 Prozent an der TA abstoßen, bekräftigte Pecik. "Ich habe aus meiner Beteiligung bei der A-Tec eine Lehre gezogen und für mich die Grundsatzentscheidung getroffen: Entweder ich bleibe investiert, wo ich selber mitreden und mitentscheiden kann, oder ich gehe komplett raus." Knapp 5 Prozent der Anteile haben bereits den Besitzer gewechselt, die restlichen 16 Prozent sollen bis Jahresende folgen.
Pecik wird nach eigenen Angaben für die America Movil im Telekom-Aufsichtsrat bleiben und rechnet damit, dass die Mexikaner noch einen zweiten Vertreter in das Gremium entsenden werden, wofür eine außerordentliche Hauptversammlung notwendig wäre. Den Vorsitz im Aufsichtsrat sollte weiterhin die ÖIAG haben, so Pecik. Was den Vorstand betrifft, gebe es eine Grundsatzmeinung, "die habe ich nicht geändert und die ist auch nicht mehr meine alleinige Meinung, dass der Board definitiv erweitert wird".
Den künftigen Telekom-Kernaktionär America Movil lobte Pecik in den nächsten Tönen. Carlos Slim selbst habe er zwar persönlich nie getroffen, aber das Management sei hochprofessionell. "Der CEO einer 170.000-Mitarbeiter-Company war für mich 24 Stunden sieben Tage die Woche erreichbar." Verhandelt habe er mit dem CEO Daniel Hajj Aboumrad, der Slims Schwiegersohn sei. "Es war die kürzeste und effizienteste Verhandlung, aber auch definitiv die härteste. Die Entscheidung sei in der vergangenen Nacht gefallen, "wir haben seit 48 Stunden kein Auge zugetan".
Empfehlen
Matrix Schnellsuche
| 5,598 EUR | -1,79% |
ANZEIGE








































