Samstag, 18.05.2013 - aktualisiert um 14:32 MEZ
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Telekom Austria AG
Rund 10 Monate lang hat der schrittweise Einstieg des Wiener Geschäftsmann Ronny Pecik und seines Financier Naguib Sawiris bei der Telekom Austria die heimische Börsenwelt in Atem gehalten. Pecik und Sawiris ließen sich nun ihre Telekom-Anteile mit einem Verkauf an den mexikanischen Telekom-Tycoon und reichsten Mann der Welt, Carlos Slim, versilbern. "Wir haben einen netten Gewinn gemacht", sagte Sawiris. Der Verkauf sei gut für die Telekom Austria und "jeder ist happy".

9. September 2011: Pecik will mit dem ägyptische Milliardär Naguib Sawiris bei der Telekom Austria einsteigen und sich 20 Prozent der Anteile sichern, berichtet das Wirtschaftsmagazin "Format". Der Großteil der Anteile soll mit rund 15 Prozent vom US-Fonds "Capital Research and Management Company" stammen. Pecik und Sawiris wollten sich dazu nicht äußern. Die Telekom Austria weiß nichts von einem Pecik-Einstieg. Capital Research hatte seine Anteil seit Juni sukzessive von 15 Prozent auf 5 Prozent im September reduziert.

17. Oktober: Die Telekom Austria gibt bekannt, dass die RPR Privatstiftung von Pecik per 14. Oktober indirekt über zwei Tochterunternehmen eine jederzeit ausübbare Call-Option auf Aktien an der Telekom Austria AG im Ausmaß von 5,4 Prozent erworben hat. Darüber hinaus hält die RPR Privatstiftung und die Tochtergesellschaften zusammen 0,0846 Prozent an der Telekom. Naguibs Bruder Samih bestätigt, dass dieser die Telekom Austria kaufen wolle.

21. Oktober: Pecik will laut Medienberichten die Telekom Austria übernehmen und sich 30 Prozent der TA-Aktien sichern. Das Paket wolle Pecik dann schrittweise binnen zwei bis fünf Jahren an die russische Vimpelcom weiterverkaufen. Aus Vimpelcom-Unternehmenskreisen heißt es aber, man sei nicht an der Telekom Austria interessiert und konzentriere sich lieber auf bestehenden Beteiligungen.

2. November: Sawiris bestätigt erstmals, dass er als Investor beim Geschäftsmann Ronny Pecik mit an Bord ist.

25. November: Die Telekom Austria meldet, dass Pecik sich mit gut 15 Prozent bei der Telekom Austria AG eingekauft hat und dafür rund 540 Mio. Euro in die Hand genommen hat. Direkt und indirekt verfügt seine RPR Privatstiftung über 15,018 Prozent der Telekom-Aktien, zusätzlich hält die Stiftung indirekt Call-Optionen über weitere 0,79 Prozent.

9. Dezember: Pecik will laut Medienberichten vier Sitze im achtköpfigen Telekom-Aufsichtsrat und bei den Vorständen mitreden.

16. Dezember: Die Telekom Austria Group kürzt ihre Dividende für die Jahre 2011 und 2012 von 0,76 auf 0,38 Euro. Die Telekom war zuletzt vom neuen Großaktionär Pecik und von Belegschaftsvertretern sowie Analysten wegen der hohen Dividendenausschüttung gerügt worden.

19. Jänner 2012: Pecik hat seine Optionen auf 5,1 Prozent der Telekom-Austria-Aktien gezogen und hält nun über die RPR-Privatstiftung direkt und indirekt 20,118 Prozent.

23. Februar: Sawiris will sich die strategische Führung bei der Telekom sichern. "Ich bin nicht jemand, der rein- und gleich wieder rausgeht. Man erzielt das beste Ergebnis nur, wenn man langfristig investiert bleibt", sagte er dem Nachrichtenmagazin "News". Er bleibe, außer "wenn ich merke, dass wir das Unternehmen nicht ändern können". Die Firma muss wettbewerbsfähiger werden. "Wenn die Regierung es zulässt, die Prozesse zu optimieren, aufzuräumen und für mehr Wertschöpfung zu sorgen, dann bleibe ich langfristig. Wenn sie sich zieren, wenn man das nicht will, wenn man blöd tut, dann gehen wir weg".

12. April: Die Staatsholding ÖIAG, die 28,4 Prozent an der Telekom hält, organisiert laut Medienberichten Widerstand gegen Großaktionär Pecik, um ihre Interessen bei der Hauptversammlung am 23. Mai durchzusetzen. Sawiris will offenbar nach einem Disput mit Pecik vorläufig kein weiteres Geld bereitstellen. Damit müsste sich Pecik nun um einen neuen Geldgeber umsehen.

27. April: Pecik und Sawiris, wollen in den Aufsichtsrat der Telekom Austria einziehen. Dafür soll das Aufsichtsratsgremium um zwei auf dann zehn Personen aufgestockt werden, vermeldet die Telekom.

12. Mai: Über einen möglichen Einstieg von Milliardär Carlos Slim bei der Telekom berichtet die "Kronen Zeitung". Es soll bereits geheim erste Kontakte zwischen Slim und Pecik sowie Sawiris gegeben haben.

23. Mai: Pecik wurde bei der Telekom-Hauptversammlung mit knapp über 73 Prozent der Stimmen in den Aufsichtsrat gewählt worden. Sein Partner Sawiris hat sich nicht in den Aufsichtsrat wählen lassen. Sawiris hat laut Pecik wegen der Präsidentenwahl in Ägypten nicht nach Wien kommen können. Er werde aber zu einem späteren Zeitpunkt in den Telekom-Aufsichtsrat einziehen.

24. Mai: Sawiris droht mit Verkauf seiner Telekom-Anteile an Milliardär Slim. "Wenn die Regierung uns nicht erlaubt, das Unternehmen so zu führen, wie wir das wollen, dann wird es für uns unattraktiv", zitiert ihn die Nachrichtenagentur Bloomberg.

5. Juni: Pecik will seine Anteile an Milliardär Carlos Slim weitergeben, meldet das Nachrichtenmagazin "News". Am Abend bestätigt ein Manager von Slim den Einstieg bei der Telekom in Höhe von 4,1 Prozent der Anteile.

15. Juni: Slim gibt bekannt, den Kauf von 21 Prozent an der Telekom mit Pecik vereinbart zu haben. Knapp fünf Prozent wurden heute erworben, die restlichen Anteile sollen im Laufe des Jahres folgen, nachdem die österreichischen Behörden grünes Licht gegeben haben. Die Telekom freut sich über einen neuen "langfristigen strategischen Partner". Pecik äußerte sich nicht zu den konkreten Details des Anteilsverkaufs. "Es geht sich aus", meinte er ironisch. "Wir haben einen netten Gewinn gemacht", wird Sawiris gegenüber "Bloomberg" schon konkreter. Der Verkauf sei gut für die Telekom Austria und "jeder ist happy", so Sawiris. Laut "Format" soll das Verhältnis zwischen Pecik und Sawiris hingegen aber zerrüttet sein. Sawiris will sogar Anwälte einschalten.
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Verfasst am 15.06.2012 um 13:34, Autor: APA
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