Treichl - Bleibt Dividende 2012 aus, muss Stiftung Aktien verkaufen
Erste-Chef will für heuer aber Dividende zahlen - Hauptaktionärin hat schon 2,5 Millionen Erste-Aktien verkauft
Erste Group Bank AG
Erste-Chef Andreas Treichl blieb am Dienstag bei
seiner Aussage vom Mai, dass der verlustbedingte Dividendenausfall
des Jahres 2011 ein Ausreißer war. Sollte es wider Erwarten aber
wieder keine Ausschüttung geben, wird das den Hauptaktionär, die
Erste Stiftung, wohl zu verstärkten Erste-Aktienverkäufen zwingen. Im
Stiftungsjahresbericht war dabei von einem möglichen
Aktien-Verkaufsvolumen von bis zu 150 Mio. Euro zur Refinanzierung
von Stiftungsschulden die Rede gewesen.
2011 habe die Stiftung den Dividendenausfall verkraftet, "wenn für 2012 keine Dividende kommt, muss die Stiftung die Aktien verkaufen", sagte Treichl heute bei seiner Halbjahrespressekonferenz.Bisher habe die Stiftung heuer 2,5 Millionen Aktien verkauft, berichtete Treichl.
Zu einer möglichen Dividendenhöhe für 2012 wollte sich der Erste-Chef jetzt im Juli nicht äußern. Nach wie hoffe er aber, dass die dividendenlose Zeit vorbei ist. Daran habe sich nichts geändert.
In Osteuropa sieht Treichl bei den Problemen im Kreditgeschäft in einigen Ländern für sein Haus das Schlimmste überstanden. Was das Bankumfeld insgesamt anlangt, so spricht er allerdings von einer "sehr schwierigen Situation". Er wisse nicht, ob Griechenland aus dem Euro austreten werde oder nicht. "Meine Meinung ist da auch relativ uninteressant. Aber es wird schwierig werden und bleiben - nicht viel angenehmer als jetzt. Damit müssen wir leben."
24,8 Prozent der Aktien hält die Erste-Stiftung als Hauptaktionärin aktuell. Zweitgrößte Aktionärin ist mit 9,7 Prozent die spanische Großsparkasse La Caixa. Treichl versicherte, er fühle sich extrem wohl mit dem spanischen Partner und Aktionär. Er hoffe, dass La Caixa als eine der stärksten Banken aus der aktuellen spanischen Bankenkrise hervorgehen und von der dortigen Regierung nicht gezwungen werde, gegen die eigenen Interessen zu handeln. Er wünsche La Caixa jedenfalls viel Glück.
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