Donnerstag, 23.05.2013 - aktualisiert um 15:54 MEZ
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Erste Group Bank AG
Dass die Börsianer am Dienstag die Quartalsnachrichten der Erste Group mit Kursabschlägen - aktuell um 4,75 Prozent - quittierten, lässt für Erste-Chef Andreas Treichl keinen Rückschluss auf Zufriedenheit oder Unzufriedenheit der Aktionäre zu. Die Märkte seien extrem volatil, reagierten auf jede Nachricht zur Euro-Schuldenkrise. "Ich will nicht sagen, dass unser Nettoergebnis brüllend ist", räumte Treichl ein. Er sei aber unter den gegebenen Umständen zufrieden.

Kapital- und Liquiditätslage seien wesentlich verbessert worden. Insgesamt hoffe er freilich, dass die Situation 2013 besser werde.

Dass die Erste Group ohne Einmalerlöse im Halbjahr unterm Strich de facto keinen Gewinn hätte und im zweiten Quartal ohne diese Einmalerlöse sogar ein Loch klaffen würde, ist laut Erste eine verkürzte Sicht. Die positiven und negativen Einmaleffekte würden einander per Ende Juni aufheben.

Das Nettoergebnis im Halbjahr von 453 Mio. Euro beinhalte mehrere Sonderfaktoren: Auf der positiven Seite einen außerordentlichen Ertrag von 413 Mio. Euro aus dem Rückkauf von Hybridanleihen und einen Sonderertrag von 43 Mio. Euro aus dem Verkauf von Immobilien, wie die Erste argumentiert. Auf der Negativseite lasteten Einmaleffekte wie eine weitere Firmenwertabschreibung in Rumänien (210 Mio. Euro) und 75 Mio. Euro an Fremdwährungsrisikokosten in Ungarn.

"Wenn man die wesentlichen Einmaleffekte rausnimmt, bliebe im Halbjahr ein Nettogewinn von 350 Mio. Euro", rechnete Treichl vor.

Zum Vergleich: Für das erste Halbjahr 2011 wies die Erste (adjustiert) 520,8 Mio. Euro Nettogewinn aus.

Die gleiche Rechnung stellte die Erste für das 2. Quartal an: Für April bis Juni 2012 weist die Bank einen Nettogewinn von nur 107,1 Mio. Euro aus. Zum Vergleich: Vorjahresquartal: 199,4 Mio. Euro und Vorquartal (Erstquartal 2012) 346,5 Mio. Euro.

Im 2. Quartal 2012 wurden rund 162 Millionen der zusammen 413 Mio. Euro Sondergewinne aus Hybridanleiherückkäufen sowie die Immo-Verkaufsgewinne ergebnissteigernd verbucht. Als Belastung fielen in den vergangenen drei Monaten zugleich die ganzen 210 Mio. Euro Firmenwertabschreibung in Rumänien an.

Die neuen Bankensteuern hätten in Österreich, Ungarn und der Slowakei im Halbjahr insgesamt 114 Mio. Euro gekostet.

Zufrieden berichtete der Vorstand über einen Anstieg um 5 Prozent beim Eigenkapital auf 15,9 Mrd. Euro. Die risikogewichteten Aktiva wurden bis Juni um 5 Mrd. Euro zurückgefahren. Die Bilanzsumme lag bei 215,2 Mrd. Euro (plus 2,5 Prozent). Auf hohem Niveau bei fast einer Milliarde Euro blieben die Kreditrisikovorsorgen im Halbjahr.
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Verfasst am 31.07.2012 um 14:33, Autor: APA
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