US-Börsen (Schluss) 2 - Klares Plus nach EU-Gipfelergebnissen
Bankwerte gesucht - RIM stürzen nach Vorlage von Quartalszahlen um 19 Prozent ab

Beflügelt wurden die Notierungen insbesondere durch die Ergebnisse des EU-Gipfeltreffens, hieß es aus dem Handel. Bei diesem hat die Eurogruppe unter anderem kurzfristige Hilfen für Spanien und Italien beschlossen. Zudem einigten sich die Staaten auf ein 120-Mrd.-Euro-schweres Wachstumspaket. Außerdem sollen nach der Installation einer gemeinsamen, europäischen Bankenaufsicht in Zukunft nicht nur Staaten, sondern auch Kreditinstitute direkt auf die Euro-Rettungsfonds zugreifen können. Bereits an den europäischen Handelsplätzen sorgten die Nachrichten für einen kräftigen Aufwärtsschub bei den Bankwerten und auch an der Wall Street zeigte sich der Finanzsektor beflügelt.
Dementsprechend tendierten zum Wochenausklang Bank of America um 5,68 Prozent fester bei 8,18 Dollar, Citigroup gewannen 3,87 Prozent auf 27,41 Dollar, Morgan Stanley legten 5,19 Prozent auf 14,59 Dollar zu und Goldman Sachs zogen um 2,54 Prozent auf 95,86 Dollar an. Einziger Verlierer im Dow Jones waren JP Morgan mit minus 0,42 Prozent auf 35,73 Dollar.
Impulse kamen auch von Konjunkturseite. Der Chicago-Einkaufsmanagerindex im Juni überraschte mit einer Zunahme auf 52,9 Punkte. Der endgültige Verbrauchervertrauensindex der Uni Michigan wurde indessen unerwartete stark nach unten korrigiert und liegt nun für Juni bei 73,2 Punkten.
Einen Kursrutsch um 19,06 Prozent auf 7,39 Dollar mussten Research in Motion (RIM) hinnehmen, nachdem der Blackberry-Hersteller im ersten Geschäftsquartal mehr als eine halbe Milliarde Dollar Verlust gemacht hatte. Auch im zweiten Quartal werde das Unternehmen nach eigenen Angaben nicht aus den roten Zahlen herauskommen. Zudem sollen 5.000 der insgesamt 16.500 Arbeitsplätze gestrichen werden.
Schwache Zahlen legte am Freitag auch Nike vor. Im vierten Geschäftsquartal musste der Sportartikelhersteller einen Rückgang seines Gewinns auf 549 Mio. Dollar bekanntgeben. Experten hatten mit deutlich mehr Gewinn gerechnet. Nike büßten 9,40 Prozent auf 87,78 Dollar ein.
In der Nacht auf Freitag stellten Ford einen Gewinnrückgang in Aussicht, da sich die Marktbedingungen in Europa deutlich verschlechtert hätten, so das Unternehmen. Der Verlust dürfte sich außerhalb Nordamerikas im Vergleich zum ersten Quartal etwa verdreifacht haben. Der Gesamtkonzern werde aber schwarze Zahlen schreiben, hieß es weiter. Ford sackten um 4,96 Prozent auf 9,59 Dollar ab.
Boeing erhöhten sich um 3,80 Prozent auf 74,30 Dollar. Der US-Flugzeugbauer hat den offenbar kurz bevorstehenden Aufbau eines Airbus-Werks in den USA kritisiert. Der europäische Konkurrent profitiere von "illegalen Hilfen" der europäischen Regierungen und werde unter Missachtung des internationalen Handelsrechts "tausende von Arbeitsplätzen in den USA zerstören", erklärte Boeing. (Forts.) bel
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