Wiener Börse (Mittag) 2 - ATX bei 2.719,70 Punkten moderat höher
Europäisches Umfeld dreht ins Minus - Heimische Versorger weiter im Fokus

Die Wiener Börse hat sich heute, Mittwoch, zu Mittag bei hohem
Volumen mit freundlicher Tendenz präsentiert. Der ATX wurde um 12.00
Uhr mit 2.719,70 Punkten errechnet, das ist ein Plus von 6,38 Punkten
bzw. 0,24 Prozent. Zum Vergleich: DAX/Frankfurt -0,12 Prozent,
FTSE/London -0,86 Prozent und CAC-40/Paris -1,12 Prozent.
Ein Händler in Wien berichtete vor dem Hintergrund der japanischen Atomkatastrophe von Zurückhaltung an der Börse. Das europäische Börsenumfeld drehte nach einer anfänglichen Erholungsbewegung sogar wieder in die Verlustzone. Die Augen der Marktteilnehmer richten sich gebannt auf die Entwicklungen in Japan, trotz einer spürbaren Erholung an der Tokioter Börse könne jederzeit ein weiterer Einbruch folgen, hieß es.Weiterhin im Fokus stehen die heimischen Versorger EVN und Verbund. Die beiden Energiekonzerne profitierten Analysten zufolge in den vergangenen Tagen von Portfolio-Umschichtungen weg von Atomkonzernen hin zu Stromproduzenten mit Fokus auf erneuerbare Energie. Für Unterstützung bei den Versorgern sorgt Experten zufolge die zumindest vorübergehende Abschaltung von sieben deutschen Atomkraftwerken, was spürbaren Einfluss auf die Stromproduktion und in weiterer Folge auf die Strommarktpreise haben dürfte.
Nach den deutlichen Vortagesgewinnen ging es für die Verbund-Aktie heute um moderate 0,56 Prozent auf 28,76 Euro nach oben. EVN kletterten indessen um 4,57 Prozent auf 12,02 Euro. Die EVN ist mit knapp 13 Prozent an der Verbund beteiligt, und sollte damit auch von den Verbund-Kursgewinnen profitieren, hieß es. Zu den beiden Aktien meldeten sich zur Wochenmitte Analysten von der Erste Group, UniCredit sowie der Societe Generale positiv zu Wort und erhöhten ihre Kursziele oder Anlageempfehlungen.
Unter den Schwergewichten konnten sich die gestern geprügelten Stahlwerte der voestalpine um 1,78 Prozent auf 29,80 Euro verbessern. Am Dienstag hatten die Titel mehr als vier Prozent an Wert eingebüßt. Die Citigroup hat ihre Bewertung für die Aktie von "hold" auf "buy" hochgenommen und betont, dass die jüngsten Kursverluste eine gute Einstiegsmöglichkeit bieten.
Nach unten zog den ATX die schwache Bankaktie der Erste Group, die sich um 1,23 Prozent auf 34,67 Euro verbilligte. Ebenfalls auf den Verkaufslisten fanden sich OMV-Papiere, die um 1,25 Prozent auf 28,83 Euro nachließen.
Abseits des prime markets wurde der Handel mit Aktien der Private Equity Performance Beteiligungs AG (PEP) im Segment other securites vorübergehend ausgesetzt. Der Finanzinvestor Michael Tojner hat ein Übernahmeoffert für die PEP gelegt, er bietet 1,66 Euro je Aktie in bar inklusive Kapitalherabsetzungsbetrag. Am Dienstag war die Aktie bei 1,40 Euro aus dem Handel gegangen.
Das bisherige Tageshoch verzeichnete der ATX um 9.50 Uhr bei 2.742,52 Punkten, das Tagestief lag zu Sitzungsbeginn bei 2.712,93 Einheiten. Der ATX Prime notierte zum oben genannten Zeitpunkt 0,34 Prozent höher bei 1.311,01 Punkten. Im prime market zeigten sich 26 Titel mit höheren Kursen, zwölf mit tieferen und einer unverändert.
Bis dato wurden im prime market 6.583.441 (Vortag: 13.609.049) Stück Aktien umgesetzt (Einfachzählung) mit einem Kurswert von rund 150,011 (290,57) Mio. Euro (Doppelzählung). Umsatzstärkstes Papier ist bisher Erste Group mit 347.318 gehandelten Aktien, was einem Kurswert von rund 24,25 Mio. Euro entspricht.
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