Wiener Börse (Nachmittag) 2 - ATX 1,7% fester bei 1.920,45 Punkten
Meldungen über geplante Notenbank-Aktion nach Griechenland-Wahl stützen - Telekom Austria nach Slim-Einstieg gesucht

Die Wiener Börse hat Freitag am frühen Nachmittag ihr Plus
deutlich ausgebaut. Der ATX wurde um 14.15 Uhr mit 1.920,45 Punkten
errechnet, das ist ein Aufschlag von 32,36 Punkten bzw. 1,71 Prozent.
Zum Vergleich: DAX/Frankfurt +1,45 Prozent, FTSE/London +0,45 Prozent
und CAC-40/Paris +1,57 Prozent.
Für bessere Stimmung sorgten am Freitag Medienberichte, denen zufolge große Notenbanken bereit stehen, im Fall von Marktturbulenzen nach der Griechenland-Wahl stützend an den Märkten einzugreifen. Die Parlamentswahl am Sonntag könnte über das Festhalten Griechenlands an seinem Sparprogramm, die daran geknüpften Hilfen von EU und IWF und sogar über den Verbleib des Landes in der Eurozone entscheiden. Das Wahlergebnis wird daher an den Finanzmärkten mit Hochspannung erwartet.Gut gesucht waren am Nachmittag die beiden Ölwerte Schoeller-Bleckmann und OMV. Aktien des Ölfeldausrüsters Schoeller-Bleckmann stiegen um 4,78 Prozent auf 65,28 Euro und waren damit der größte Gewinner im prime market. Die schwer im ATX gewichteten OMV-Aktien legten 4,13 Prozent auf 23,05 Euro zu. Fest zeigten sich auch einige Immobilienwerte. So stiegen Immofinanz bei höherem Volumen um 3,32 Prozent auf 2,37 Euro.
Telekom Austria legten am Nachmittag 2,17 Prozent auf 8,21 Euro zu, nachdem die mexikanische America Movil des Milliardärs Carlos Slim ihren Anteil bei der Telekom Austria aufgestockt hat. Der Konzern hat 5 Prozent der Telekom Austria-Aktien von Ronny Pecik gekauft und den Kauf von 16 Prozent im Laufe dieses Jahres nach einer Zustimmung der Behörden vereinbart, teilte die Pecik-Gesellschaft "Marathon Zwei" Freitagfrüh mit. Nach Abschluss der Transaktion werde der Konzern zusammen mit den bereits zuvor erworbenen Aktien etwa 23 Prozent der Telekom-Aktien besitzen.
Die Analysten von JP Morgan und der Berenberg Bank erwarten für die beiden Unternehmen vor allem eine strategische Partnerschaft, aber vorerst keine Vollprivatisierung und Komplettübernahme der Telekom Austria. Analyst Bernd Maurer von der Raiffeisen Centrobank (RCB) sieht die Nachricht und die damit verbundenen Übernahmefantasien positiv für den Aktienkurs. Fraglich sei allerdings ob die Behörden die seit der Novelle des Außenwirtschaftsgesetzes nötige Zustimmung für eine Aufstockung über 25 Prozent geben würde.
Das bisherige Tageshoch verzeichnete der ATX gegen 13.40 Uhr bei 1.927,45 Punkten, das Tagestief lag zur Eröffnung bei 1.882,52 Einheiten. Der ATX Prime notierte mit einem Plus von 1,47 Prozent bei 954,88 Zählern. Um 14.15 Uhr notierten im prime market 26 Titel mit höheren Kursen, zwölf mit tieferen und einer unverändert. In einer Aktie kam es bisher zu keiner Kursbildung.
Bis dato wurden im prime market 6.739.960 (Vortag: 2.010.434) Stück Aktien umgesetzt (Einfachzählung) mit einem Kurswert von rund 132,680 (42,17) Mio. Euro (Doppelzählung). Umsatzstärkstes Papier ist bisher Erste Group mit 929.282 gehandelten Aktien, was einem Kurswert von rund 26,28 Mio. Euro entspricht.
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