Wiener Börse (Schluss) 3 - ATX geht tiefrot ins Wochenende
Bankwerte und Verbund mit beträchtlichen Einbußen - OMV nach Produktionszahlen minus 1,2 Prozent

Die Wiener Börse hat sich mit beträchtlichen Verlusten ins
Wochenende verabschiedet. Der ATX schloss am Freitag bei
durchschnittlichem Volumen um 51,89 Punkte oder 2,59 Prozent tiefer
bei 1.954,59 Einheiten. Zum Vergleich die wichtigsten Börsenindizes
um 17.30 Uhr: Dow Jones/New York -0,72 Prozent, DAX/Frankfurt -1,89
Prozent, FTSE/London -1,09 Prozent und CAC-40/Paris -2,13 Prozent.
Mangels eigener Impulse orientierte sich das heimische Börsenbarometer einmal mehr am gesamteuropäischen Umfeld. Nach bereits leichterem Frühgeschäft gerieten die Aktienmärkte am Nachmittag verstärkt unter Druck. Neben Gewinnmitnahmen verwiesen Marktbeobachter auf anziehende Risikoaufschläge für spanische und italienische Anleihen als Belastungsfaktor.Die eher enttäuschend verlaufene Anleihenauktion Spaniens vom Vortag habe die Finanzkrise wieder verstärkt ins Bewusstsein der Anleger geholt, hieß es. Unterdessen beschloss die Eurogruppe in einer heute Mittag anberaumten Telefonkonferenz einstimmig die endgültige Freigabe des Banken-Hilfsprogramms für Spanien von bis zu 100 Mrd. Euro.
Am deutlichsten gab auf Europaebene der Banksektor nach, auch die heimischen Branchenvertreter wurden tief in die Verlustzone gerissen. Die schwergewichtige Erste-Group-Aktie belastete den ATX mit minus 4,52 Prozent auf 14,68 Euro und Raiffeisen sackten um 5,90 Prozent auf 24,50 Euro ab. Im Versicherungssektor knickten Vienna Insurance Group (VIG) um 2,97 Prozent auf 31,05 Euro ein, wohingegen UNIQA mit plus 1,37 Prozent auf 10,38 Euro als stärkster prime-market-Wert schlossen.
Deutliche Einbußen gab es wiederum in Verbund, die Versorgeraktie rutschte bei guten Umsätzen um 5,60 Prozent auf 16,19 Euro ab. In ihrer jüngsten Studie haben die Analysten der UBS ihr Kursziel für die Aktie auf 16,00 von zuvor 18,00 zurück genommen, das Votum lautet unverändert auf "sell". Auch auf Europaebene standen Versorgertitel unter kräftigem Abgabedruck.
OMV gingen nach Veröffentlichung des Trading Statements zum zweiten Quartal und mehreren Vorzeichenwechseln um 1,17 Prozent tiefer bei 24,00 Euro aus dem Handel. Dank des Wiederanstiegs der Produktion in Libyen konnte der Öl- und Gaskonzern sowohl im Vergleich zum Vorquartal als auch gegenüber dem Vorjahreszeitraum einen Produktionszuwachs verzeichnet. Das Betriebsergebnis (EBIT) wurde im zweiten Quartal durch Ölpreis-Hedges mit 32 Mio. Euro negativ beeinflusst, wurde ferner bekannt.
Strabag schlossen den Handelstag mit einem Abschlag von 1,00 Prozent auf 18,75 Euro ab. Als eine von sechs Firmen hat der heimische Baukonzern ein bindendes Angebot für den Bau einer 35 Kilometer langen Autobahn-Halbstrecke in Bosnien abgegeben. Nach APA-Informationen legte die Strabag aber nur das viertgünstigste Angebot vor.
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