VIENNA INSURANCE GROUP AG
Mit einer vorerst auf ein Jahr begrenzten Initiative will die Wiener Städtische Versicherung gemeinsam mit ihrem Haupteigentümer, dem Wiener Städtischen Versicherungsverein, wieder frischen Schwung in die staatlich geförderte Altersvorsorge bringen. 5 Mio. Euro macht der Geldtopf aus, mit dem sowohl das Städtische-Zukunftsvorsorgeprodukt Prämienpension als auch die private Pflegeversicherung zusätzlich gefördert werden sollen, kündigten Günter Geyer, Vorstandsvorsitzender des Versicherungsvereins, und Städtische-Generaldirektor Robert Lasshofer am Dienstag in Wien bei einem gemeinsamen Pressegespräch an.

"Wir haben in Österreich bei der Altersvorsorge ein Problem", sagte VIG-Chef Geyer. Die Kürzung der staatlichen Förderung sei in ihrer Symbolwirkung "dramatisch negativ". Mit dieser Aktion wolle man ein Signal gegen diese negativen Aspekte setzen. "Ich kann mir vorstellen, dass dies auch Thema in der Zukunft sein wird", so Geyer, angesprochen auf eine mögliche Verlängerung der Aktion über 2012 hinaus.

Nach der Ankündigung der Regierung, im Zuge des Sparpaketes die Förderung zumindest befristet zu halbieren, habe sich die Zahl der Ruhendstellungen verdreifacht, sagte Lasshofer. Auch das Neugeschäft liege derzeit 20 Prozent unter dem Vorjahr. "Die Kunden fragen sich, macht es noch Sinn für mich." Insgesamt seien derzeit 20 Prozent der rund 240.000 privaten Pensionsverträge ruhend gestellt, die Versicherten zahlen also momentan nichts ein. Insgesamt gibt es österreichweit rund 1,5 Mio. Zukunftsvorsorgeverträge.

Neben der Halbierung des Staatszuschusses stört Geyer vor allem die gesetzlich verankerte Mindestaktienquote. Geyer wünscht sich stattdessen eine Maximalquote. Jedoch: "Der Gesetzgeber ist gegenüber Verbesserungsvorschlägen leider sehr beratungsresistent." Dabei sollten die Verantwortlichen nicht vergessen, dass eine Million der 1,6 Millionen Zukunftsvorsorgekunden unter 35 Jahren seien.

Mit dieser gemeinsamen Aktion wolle man auch ein Signal an die Kunden senden, dass sie mit ihrer Entscheidung, Geld für die private Altersvorsorge auf die Seite zu legen, richtig liegen. Auch für den Staat ergebe sich eine Umwegrentabilität, der Druck auf die Sozialversicherung werde gemildert, so Geyer weiter.

Die 5 Mio. Euro für den Fördertopf stellt der Wiener Städtische Versicherungsverein zur Verfügung. Er ist mit 70 Prozent Haupteigentümer der Vienna Insurance Group (VIG) und verfügt über ein Vermögen von rund 3 Mrd. Euro. Dies sei satzungsmäßig möglich, so Geyer, auch sonst fördere der Verein eine Reihe von sozialen und kulturellen Projekte, etwa die Zweite Sparkasse. Vier Fünftel der Summe sind für bestehende Verträge gedacht, ein Fünftel für neue und die Pflegeversicherung.

Konkret stockt die Versicherung für alle Alt- und Neukunden die staatliche Förderung der von ihr angebotenen Prämienpension von 4,25 um 3,5 Prozentpunkte auf 7,75 Prozent auf. Bei voller Prämienausschöpfung gibt es die Pflegeversicherung für ein Jahr kostenlos. Weiters gibt es für bestehende und 2012 neu abgeschlossene private Pflegeversicherungen eine zusätzliche Förderung mit 8,5 Prozent der Jahresprämie. "Wenn wir 5.000 neue Verträge bekommen, haben wir unser Ziel übererfüllt", so Lasshofer.
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Verfasst am 15.05.2012 um 13:43, Autor: APA


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