Marktbericht Edelmetalle: Gold und Silber am Scheideweg

Der Comex Gold Future für Juni fiel gestern um 1,5 Prozent auf 1.533,30 US-Dollar pro Unze. Bereits im US-Handel war das gelbe Metall auf den tiefsten Schlusskurs seit dem 29. Dezember gefallen. Der Silber-Future brach um 2,8 Prozent ein auf 27,29 US-Dollar. Platin gab unterdessen 5,00 US-Dollar ab auf 1.427,00 US-Dollar, während der Unzen-Preis für Palladium um 3,00 US-Dollar auf 591,00 US-Dollar zulegte.
Tag der Entscheidung?
Nun steht eine Weichenstellung für die nächsten Tage an. Und die Aussichten sind eher schlecht. Gold ist in den wichtigen Unterstützungsbereich zwischen 1560,00 und 1530,00 US-Dollar gefallen, während sich Silber zügig der Marke von zirka 26,50 US-Dollar nähert, an der es Ende Dezember zum Rebound kam.
Die fundamentalen Trends sprechen derzeit dafür, dass die beiden Edelmetalle an dieser Unterstützung allenfalls kurz konsolidieren werden, um dann weiter in die Tiefe zu fallen. Das größte Problem ist der starke US-Dollar, der aus einer Keilformation nach oben ausgebrochen ist und nun in Richtung der oberen Trendkante ansteigt.
Da sich auch die Aktienmärkte aufgrund der Panik um den immer wahrscheinlicher werdenden Euro-Austritt von Griechenland schwach präsentieren, ist zu erwarten, dass der US-Dollar mit seinen Nimbus als sicherer Hafen auf neue Jahreshochs ansteigen wird.
Blick auf die US-Fed
Entlastung könnte es nur von einer Seite geben: Heute Abend wird das Protokoll der jüngsten Sitzung der Federal Reserve veröffentlicht. Die Fed-Minutes hatten in den letzten Jahren häufig einen Richtungswechsel an den Märkten eingeleitet hatte. Sollten sich diesmal in den Aufzeichnungen handfeste Hinweise auf eine dritte Runde der quantitativen Lockerung finden lassen, dürften sowohl die Aktienmärkte, als auch die Edelmetallpreise davon profitieren.
Es gibt einige Indizien dafür, dass die wirtschaftliche Erholung in den Vereinigten Staaten möglicherweise nicht als nachhaltig einzustufen ist – was wiederum dafür spricht, dass QE3 bald kommen wird. Andererseits rechnen einige Volkswirte damit, dass Ben Bernanke in diesem Jahr die Geldhähne nicht öffnen wird, um die Unparteilichkeit seiner Notenbank bezüglich der Präsidentschaftswahlen zu unterstreichen.
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