1.1. Der Trader
Anlagedauer und Strategie: Der Trader muss mindestens täglich die Kurse beobachten und sehr kurzfristig (also wenige Stunden oder Tage) orientiert anlegen, um in kurzer Zeit Gewinne sofort mitzunehmen und durch eine möglichst hohe Trefferquote eine gute Performance zu erzielen.
Wichtig ist dabei vor allem, dass man Verluste nicht versucht auszusitzen, sondern konsequent mit Stopps arbeitet, also bei kleinen Verlusten schnell verkauft, sonst ist das Kapital möglicherweise zu lang gebunden.
Fazit: Diese Taktik empfiehlt sich nur für sehr erfahrene Anleger, die einen guten Instinkt für die Marktlage haben und über gute Nerven verfügen, daneben ist der Zeitaufwand sehr hoch. Für den normalen Anleger ist Traden zu aufwendig und riskant.
1.2. Der Spekulant
Anlagedauer und Strategie: Auch er beobachtet den Markt sehr genau, kann aber aufgrund einer etwas längerfristigeren Anlegedauer von meist mehreren Wochen schon einmal ein paar Tage bei der Beobachtung aussetzen. Meistens setzt er auf kurzfristige Anstiege von "heißen" Werten, die er aber nicht vor einem kräftigen Anstieg verkaufen will. Dennoch muss auch er mit Stopps arbeiten, vor allem um sich vor größeren Verlusten zu schützen.
Fazit: Auch für diese Taktik sollte man etwas Erfahrung haben, sonst wird sehr schnell teures Lehrgeld fällig. Außerdem sollten man immer den Marktüberblick behalten, weil Verluste in manchen Fällen Nachkaufgelegenheiten darstellen könnten, während in anderen der schnelle Ausstieg ratsam ist. Das ist aber nicht immer so leicht zu sehen. Auch Nicht-Profis können spekulieren, jedoch mit hohem Zeitaufwand und Risiko. Neben Aktien sind ausch spekulative Fonds,
Rentenpapiere aus Emerging Markets, Optionsscheine und Aktienanleihen interessant.
1.3. Der spekulativ orientierte Anleger
Anlagedauer und Strategie: Er setzt zwar auf spekulative Werte, aber nicht unbedingt zum kurzfristigen Erzielen von Gewinnen, sondern für eine mittelfristig gute Performance, das heißt, er nimmt nicht so schnell Gewinne mit und muss deshalb auch nicht ganz so oft mit der Börse beschäftigt sein. Hierfür ist vor allem eine gute Auswahl an Werten wichtig , man sollte nur solche Werte länger halten, von denen man wirklich überzeugt ist, weil man durch intensive Recherchen einen starken Anstieg auf mittlere Sicht (mehrere Monate) für gerechtfertigt hält und sich nicht durch Schwankungen oder unbedeutende News zu kurzfristigem Aus- oder Einstieg bewegen lässt.
Fazit - Hier ist vor allem das Halten über die Steuerfrist (12 Monate) hinaus interessant, damit nicht die bei den beiden anderen Typen oft erheblichen Abzüge des Fiskus die Performance schmälern. (Weiter Steuertips gibt es im vorletzten Teil Ende Juni). Es wird weniger umstrukturiert und die Notwendigkeit, den Markt regelmäßig zu beobachten, ist geringer. Ein gelegentliches Stopp-Loss-Limit ist ratsam, um Gewinne abzusichern oder dicke Verluste zu vermeiden.
1.4. Der langfristig orientierte Anleger
Anlagedauer und Strategie: Er kauft nur sehr selten und schichtet nur selten um, da er sich nur gelegentlich mit seinem Depot beschäftigen kann oder will. Auch für ihn ist die richtige Werteauswahl sehr wichtig, da er diese für über Jahre oder Jahrzehnte sorglos liegen lassen möchte. Deshalb sollte er ausschließlich auf langfristig orientierte Wachstumswerte setzen. Kurzfristige Gewinne sind dann für ihn kein Grund auszusteigen. Ein sicherheitsorientierter Aleger kann 5-10% seines Depotwertes aus der Produktgruppe „begrenzt risikobereit“ beimischen.
Fazit: Wer sich nicht regelmäßig um seine Geldgeschäfte kümmern kann oder will, sollte Wachstumswerte, von denen er sich vor dem Kauf überzeugt hat, ins Depot legen und sich in einigen Jahren über die steuerfreie Performance freuen. Weiters sind für diesen Anlegertyp Festgeldanlagen, sicherheitsorientierte Fondspalette, Euro Renten oder
Staatsanleihen interessant.







































