1.1 Allgemeine Informationen
Unter einem Swap (engl. (Aus-)Tausch) versteht man in der Wirtschaft eine Vereinbarung zwischen zwei Akteuren, in der Zukunft Zahlungsströme (Cash Flows) auszutauschen. Die Vereinbarung definiert dabei, wie die Zahlungen berechnet werden und wann sie fließen. Der Unterschied zwischen Kassa- und Terminkurs ist der Swapsatz. In der Regel müssen ein oder mehrere zukünftige Marktwerte in die Rechnung miteinbezogen werden.
Eine Begründung für die Existenz von Swaps liegt darin, dass ein Kontraktpartner des Swap-Geschäftes die komparativen Kostenvorteile des anderen Kontraktpartners ausnutzt und beide somit ihre Kosten reduzieren können. Beispielsweise kann ein deutsches Unternehmen auf Finanzierungsvorteile eines amerikanischen Unternehmens - und anders herum - zugreifen, sofern beide Unternehmen einen Zins-Swap vereinbaren.
Swaps eignen sich zur Absicherung gegen eine ungünstige Entwicklung von Geldmarktzinssätzen, d. h. gegen einen Zinsanstieg bei Passivpositionen bzw. eine Zinssenkung bei Aktivpositionen. Dabei sichern Banken z. B. die variabel refinanzierten Kredite gegen Zinsänderungen ab. Swaps sind bilaterale Vereinbarungen über den Tausch von Zahlungsströmen. Hier werden Zinsswaps und Währungsswaps unterschieden. Bei Futures und Swaps haben die vertragsschließenden Parteien ein symmetrisches Risiko.
1.2. Zinsswaps
Ein Zinsswap (auch Interest Rate Swap oder IRS genannt) ist eine Vereinbarung zwischen zwei Vertragspartnern, Zinszahlungen gleicher Währung über einen bestimmten Zeitraum auszutauschen. Dabei werden fixe gegen variable Zinssätze getauscht. Kapitalbeträge werden nicht ausgetauscht.
Die variablen Zinssätze sind beim Zinsswap an einen Referenzzinssatz (z.B. 3-Mte-EURIBOR) gebunden. Mit Zinsswaps können erwartete oder effektive Zinsveränderungen tendenziell schneller abgesichert oder positioniert werden als über Märkte, an denen bilanzwirksame Instrumente gehandelt werden.
Vorteile eines Zinsswaps sind der Ausschluss des Zinsänderungsrisikos (für die Aktiv-/ und Passivzinsposition geeignet). Die festgeschriebenen Zinskosten bilden eine sichere Kalkulationsgrundlage und der Zinsswap ist sowohl bei steigendem als auch bei sinkendem Zinsniveau einsetzbar.
Beispiel: Ein Unternehmen, welches sich gegen steigende Zinssätze absichern möchte, geht eine Fixed-payer/Variable-Receiver Position ein. Dadurch erhält es immer den aktuellen Marktzins und ist gegen Zinsschwankungen (auch nach unten) abgesichert.
Entwickeln sich die variablen Referenzzinssätze über die Laufzeit des Zinsswaps derart, dass die in Summe geleisteten Zinszahlungen höher sind als die empfangenen Zinszahlungen, so ergibt sich ein Verlust über die gesamte Laufzeit des Zinsswaps. Am Ende des Swaps erfolgt der Rücktausch der Kapitalbeträge zum ursprünglich bei Abschluss des Swaps gültigen Währungskurs. Daraus resultiert ein Währungskursrisiko in Bezug auf das Swapvolumen.
1.3. Währungsswaps
Währungsswaps (Cross Currency Swap) bedeuten den Tausch von Kapitalbeträgen in unterschiedlichen Währungen, einschließlich der damit verbundenen Zinszahlungen. Ein Devisenswap ist dagegen eine Kombination aus einem Devisen-Kassageschäft und einem Devisentermingeschäft. Eine klassische Anwendung eines Währungsswaps ist, dass zwei Parteien die aus Kreditaufnahmen stammenden Beträge in zwei verschiedenen Währungen sowie die während der Kreditlaufzeit zu leistenden Zinsen (und ggf. Amortisationsbeträge) untereinander austauschen. Der Entstehungsgrund liegt hierbei in komparativen Zinsvorteilen, die eine oder auch beide Parteien in der jeweils von dem Partner gesuchten Währung haben.
1.4. Geldpolitische Swaps
Mengentender: Die EZB legt den Swapsatz fest. Nachfrager geben den Währungsbetrag an, den sie kaufen möchten. Schließlich teilt die EZB die Beträge zu.
Zinstender: Die Geschäftsbanken nennen einen festbleibenden Währungsbetrag und den Swapsatz, zu dem sie bereit sind, Geschäfte abzuwickeln. Die EZB entscheidet wie beim "normalen" Zinstenderverfahren
Weitere Swaps sind: Credit Default Swap, Devisenswap, Constant Maturity Swap ,Total Return Swap







































