1.1. Allgemeine Informationen
Garantie-Zertifikate bieten dem Anleger die Garantie, bei Fälligkeit des Zertifikates mindestens das eingesetzte Kapital zurück zu erhalten. Es handelt sich um Anlageprodukte für eher konservative Anleger. Zertifikate mit Kapitalgarantie machen nur Sinn, wenn Sie davon ausgehen, dass 1. ein hohes Risiko besteht, dass der unterliegende Index zum Zeitpunkt der Fälligkeit unter dem aktuellen Niveau notiert und dass 2. eine geringe Wahrscheinlichkeit gegeben ist, dass der Index irgendwann während der Laufzeit des Zertifikats signifikant über dem aktuellen Niveau steht. Über die Garantie hinaus partizipiert der Anleger somit an der positiven Wertentwicklung des jeweiligen Basiswertes. Dem Sicherheitsvorteil steht natürlich immer ein Nachteil bei der Renditechance gegenüber.
Je höher die versprochene Garantie-Leistung ist, desto geringer ist der Partizipationsgrad. Wenn überhaupt, dann wählen Sie nur Produkte mit Kapitalgarantie – eine zusätzliche Mindestverzinsung bringt eine weitere Reduzierung der Chancen mit sich, die in keinem Verhältnis zu ihrem Nutzwert steht.
Gerade bei komplexen Produkten wie Garantie Zertifikaten sollten Sie den Verkaufsprospekt besonders aufmerksam lesen. Achten Sie vor allem darauf, ob die angebotene Partizipation sich nur auf die Endfälligkeit bezieht oder ob Durchschnitte herangezogen werden. Die Durchschnittsbildung bringt in der Regel höhere Partizipationsgrade, also bessere Renditen.
Auch ein kapitalgarantiertes Zertifikat sollte Ihnen mindestens 50 Prozent der Wertentwicklung des unterliegenden Index verbriefen, bei Durchschnittsbildung sogar mindestens 80 Prozent.
1.2. Die wichtigsten Merkmale von Garantie Zertifikaten
> Defensives Anlageprodukt
> Garantierter Mindestrückzahlungsbetrag
> Kapitalgarantie nur am Ende der Laufzeit
> Begrenzte Gewinnchance
> Verbindliche Kauf- und Verkaufskurse während der gesamten Handelszeit
1.3. Vorteile und Nachteile von Garantiezertifikaten
Die Vorteile von Garantie-Zertifikaten liegen eindeutig in der Kapitalgarantie. Am Ende der Laufzeit erhalten Sie in jedem Fall den Kaufpreis bei Auflage Ihres Zertifikats zurück. Zusätzlich besteht die Chance auf Renditen, die in der Regel über denen von Anleihen mit höchster Bonität liegen können. Garantie-Zertifikate eignen sich daher sehr gut, um in den Aktienmarkt hineinzuschnuppern, ohne ein Risiko eingehen zu müssen.
Das Risiko von Garantie-Zertifikaten besteht darin, daß Sie bei einer schlechten Entwicklung des Basiswerts am Laufzeitende keinen Gewinn erzielen. Außerdem ist zu beachten, daß die Kapitalgarantie nur am Laufzeitende gilt. Sollten Sie das Zertifikat bereits vorzeitig während der Laufzeit verkaufen müssen, können Sie unter Umständen Verluste einfahren.
1.4. Kauf-Zeitpunkt und Haltedauer von Garantiezertifikaten
Kaufen Sie Garantie Zertifikate ausschließlich im Rahmen der Emission oder kurz danach. Nur dann haben Sie wirklich Klarheit über das Rendite/Risiko-Profil auf Basis Ihres Einstiegskurses. Wenn Sie bereits börsennotierte Garantie-Zertifikat kaufen, bedenken Sie unbedingt, dass nur der Emissionskurs, nicht jedoch ihr eventuell weit darüber liegender, individueller Einstiegskurs garantiert ist!
Garantie Zertifikate sind vom Rendite/Risiko-Profil darauf ausgerichtet, dass sie bis zum Ende der Laufzeit gehalten werden. Aufgrund der enthaltenen Optionskomponente sind die während der Laufzeit im Börsenhandel gestellten Rücknahmepreise wenig transparent, so dass Sie von der Möglichkeit zum vorzeitigen Verkauf nur im absoluten Notfall Gebrauch machen sollten. Garantie Zertifikate sind nicht für kurzfristiges Trading geeignet!







































