Die schweizerischen Ökonomen haben von den ausländischen Kollegen gelernt, wie man sich Gehör verschafft. Aufgeschreckt durch die Krise bei der UBS, auf die die Schweizer ebenso Stolz sind, wie auf ihre Alpen und ihren Käse, finden die Ökonomen insbesondere mit Schauermärchen den Weg in die Medien. Doch die Lage in der Schweiz ist besser als die Stimmung. Die Schweizer sind sich nur unzureichend darüber im Klaren, dass Sie mit einer Arbeitslosenquote von 3,9% und einer Staatsquote von 35% so hervorragend da stehen, dass für 2009 ein Rückgang von lediglich 1,7% im BIP leicht zu verkraften ist.Inlandsnachfrage stütztDie Schweizer profitieren in der Krise von der seit einigen Jahren erleichterten Immigration von EU-Bürgern in die Schweiz. Vor allem gut ausgebildete Fachkräfte aus Deutschland und den skandinavischen Ländern haben den Weg in die Schweiz angetreten. Ärzte und Ingenieure tragen nun zum BIP bei, ohne dass die Schweiz deren Ausbildung bezahlten brauchte. Franken: Fluch und SegenDer starke Franken lässt die Exporte zwar um etwa 9,5% einbrechen, doch die Stützen der schweizerischen Wirtschaft Pharma- und Nahrungsmittelindustrie verdienen nach wie vor prächtig. Die Schweiz steht im Vergleich zu den wichtigsten Handelspartnern weiterhin glänzend da. Die Notenbank kann mit gezielten Interventionen den Außenwert zum Euro stabil halten und einem weiteren Rückgang der Exporte entgegenwirken. Andererseits sichert der starke Franken jedoch auch eine ausreichende Kapitalisierung, um die anstehenden Anpassungen der Wirtschaft vorzunehmen. Die Schweizer können daher unterm Strich mit der aktuellen Bewertung des Franken zufrieden sein.