Der Schweizer Franken hat jüngst einen riesigen Satz nach oben gemacht. EUR/CHF kletterte an einem einzigen Tag, dem 12. März, um mehr als fünf Rappen bis 1,5342 im Hoch, USD/CHF legte mehr als dreieinhalb Rappen bis 1,1965 in der Spitze zu. Grund für den Kursrutsch des Schweizer Franken war das geldpolitische Treffen der Schweizerischen Nationalbank (SNB), die zwar wenig überraschend ihren Leitzins um 25 Basispunkte auf 0,25% senkte, gleichzeitig aber Interventionen am Devisenmarkt ankündigte, um den Außenwert des Schweizer Franken zu schwächen.Hintergrund ist, dass die Zinssenkungen der vergangenen Monate aus Sicht der SNB nahezu wirkungslos verpufft sind und der Schweizer Franken angesichts der weltweiten Wirtschafts- und Finanzkrise als ?sicherer Hafen? stark gefragt war, was zu einer deutlichen Aufwertung der Valuta geführt hatte. Ein starker Franken ist jedoch in der derzeitig schlechten wirtschaftlichen Lage Gift für die schweizerischen Exporteure.Außerdem steigt nach Ansicht der SNB durch einen starken Franken die ohnehin schon große Gefahr einer Deflation. Angesichts eines Rückgangs des Bruttoinlandsproduktes um 2,5-3,0 Prozent in diesem Jahr rechnet die SNB damit, dass auch die Verbraucherpreise um 0,5 Prozent fallen werden.Nachdem die Leitzinsen in der Alpenrepublik bereits nahe null notieren, schlugen die Notenbanker darüberhinaus mit der Ankündigung des Aufkaufs schweizerischer Staatsanleihen am Markt das nächste Kapitel in puncto expansiver Geldpolitik auf ? längerfristig ein weiteres CHF-Negativum. Auch wenn sicherheitsorientierte internationale Anleger den CHF weiter nachfragen dürften, auf einen erstarkenden Franken sollte man derzeit besser nicht setzen.Tomke HansmannFXdirekt Bank
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