
1.1. Allgemeine Informationen
Ein Investment Fonds lässt sich auch mit einem großen Topf vergleichen, in den viele - zum Teil tausende Anleger - einen Teil ihres Vermögens hineinlegen. Die gebündelten Mittel werden dann von professionellen Fondsmanagern in verschiedene Vermögenswerte investiert. Dies können z. B. Aktien, Renten, Derivate oder Bankguthaben sein. Auch der Erwerb von Beteiligungs- und Grundstücks- bzw. Immobilienvermögen ist möglich. Die Anlage der eingesammelten Gelder erfolgt dabei im Namen der Fondsgesellschaft aber für gemeinschaftliche Rechnung der Investoren.
Ziel der Fondsmanager ist es, das ihnen anvertraute Geld im Rahmen der durch die Fondsstatuten eingeräumten Möglichkeiten möglichst ertragreich anzulegen, dabei allerdings gleichzeitig den Risikoaspekt im Auge zu behalten. Grundsätzlich müssen sie sich dabei natürlich an den gesetzlichen Vorgaben sowie den Anlagerichtlinien des jeweiligen Fonds orientieren. Um der Grundidee des Investmentsparens - nämlich der Risikostreuung durch eine Vielzahl von Anlagen - gerecht zu werden, dürfen beispielsweise maximal 5 %, in Ausnahmefällen maximal 10 % des Anlagevermögens in Wertpapiere eines Emittenten investiert werden.
1.2. Vorteile von Investmentfonds
> Risikostreuung - Durch die Vielzahl verschiedener Wertpapiere im Fonds verringert sich auch das Gesamtrisiko. Bei Investments in Einzeltitel ist eine derartig breite Risikostreuung nur mit sehr hohem Vermögen möglich.
> Professionelles Fondsmanagement - Erfahrene Fachleute mit weltweiten Kontakten und umfangreichen Informationsquellen verwalten das Fondsvermögen. Das Depotmanagement übernimmt die ständige Markt- und Börsenbeobachtung.
> Kostenvorteile - Der Wertpapierfonds kann als Großanleger zu wesentlich günstigeren Konditionen am Kapitalmarkt disponieren. Dies kommt in Form von höheren Erträgen den Anlegern zu Gute. Darüber hinaus stehen dem Fonds eine Reihe von Kurssicherungsmöglichkeiten zur Verfügung, die der Privatanleger nicht hat.
> Geringer Kapitaleinsatz - Eine optimale Risikostreuung ist auch mit geringem Kapitaleinsatz möglich.
> Transparenz und Depotübersicht - Die Fondsgesellschaften informieren ihre Anleger mittels Rechenschaftberichten, Halbjahresberichten und Produktblättern über die Entwicklung und das Vermögensmanagement. Eine Fülle von Informationen wird auch über das Internet geboten.
> Trotz einer Vielzahl von Einzeltiteln in Fonds wird nur eine Wertpapierposition im Depot geführt. Bei Einzelveranlagungen des Anlegers würden viele Wertpapierpositionen geführt und dadurch leidet die Übersichtlichkeit.
1.3. Risiken von Investmentfonds
Spiegelbildlich zu den Chancen ist das zentrale Risiko einer Vermögensanlage in Investmentfonds im allgemeinen Marktrisiko zu sehen. So wird es auch dem besten Manager nicht gelingen, sich einer negativen Entwicklung der Assetklasse, in die er zu investieren hat, gänzlich zu entziehen. Verliert der Deutsche Aktienindex rund 40 % seines Wertes, wie es beispielsweise 2002 der Fall war, liegen auch die Verluste der meisten Standardwertefonds in diesem Bereich. Dies gilt umso mehr, als sich viele Fondsverwalter an der jeweiligen Zielmarke (Benchmark) orientieren und versuchen, deren Entwicklung nachzuvollziehen bzw. im positiven Fall zu übertreffen.
Besonders hoch fällt das Marktrisiko bei Aktienfonds aus. Weniger Risiko weisen dagegen herkömmlich Rentenfonds auf. Bei Spezialfonds, deren Investments nicht breit gestreut werden, sondern sich auf einen bestimmten Bereich beschränken, kommen zum allgemeinen Marktrisiko noch länder-, technologie- oder branchenspezifische Risiken hinzu. Welche Ausmaße diese Risiken annehmen können, mussten viele Anleger, die unmittelbar vor dem Platzen der "Neue Markt-Blase" auf Internet- oder Hightechfonds gesetzt haben, schmerzlich erfahren.
Legt der Fonds sein Geld auch in Vermögensgegenständen ausländischer Währung an, ist darüber hinaus das Währungsrisiko zu berücksichtigen. So nützt es wenig, wenn sich amerikanische Aktien positiv entwickeln, die anfallenden Gewinne durch Kursverluste des US-Dollars gegenüber dem Euro gleichzeitig aber überkompensiert werden.
Galten die bisher aufgeführten Risiken nicht nur für Fonds, sondern in sehr viel stärkerem Umfang auch für Einzelninvestments, sind abschließend noch zwei fondstypische Risiken zu beachten:
Dabei ist zunächst das Fondsmanagement zu nennen. Kein Fonds ist besser als seine Verwalter. Einen Anhaltspunkt für die Fähigkeit des Managements kann zwar die Performance in der Vergangenheit liefern, eine Garantie dafür, dass die Benchmark auch zukünftig übertroffen wird, bietet sie allerdings nicht. So besteht durchaus die Gefahr, dass das Management mit neuen Situationen an den Kapitalmärkten nicht so gut zurechtkommt, wie es bisher der Fall war, die Fondsstrategie nicht mehr passt oder das gute Management von einer anderen Gesellschaft abgeworben und durch ein unerfahrenes ersetzt wurde.
Last but not least ist das so genannte Klumpenrisiko zu nennen. Da Fondskäufer meist nicht darauf achten, welche Werte in ihren Fonds genau enthalten sind, kann es leicht zu einer Risikoballung kommen. Dies ist immer dann der Fall, wenn viele Fondsmanager auf Titel oder Branchen setzten, die gerade "hipp" oder "in" sind. Die erhoffte Risikostreuung, die der Erwerb verschiedener Fonds mit sich bringen soll, ist dann nicht mehr in erwünschtem Maße gegeben. Insofern empfiehlt es sich, die in den erworbenen Fonds enthaltenen Positionen regelmäßig zu überprüfen (z. B. mittels der Halbjahresberichte) und Sondervermögen mit sehr ähnlicher oder sogar annähernd identischer Struktur durch andere zu ersetzen.
1.4. Woran erkennt man gute Fonds
Zweifellos ist die relative Performance bei der Qualitätsbewertung eines Investmentfonds ein ganz entscheidender Faktor. Sich bei der Beurteilung allerdings allein auf die durchschnittliche Wertentwicklung in der Vergangenheit zu stützen und stets in den Fonds zu investieren, der die Performancerangliste anführt, greift sicherlich deutlich zu kurz. So ist neben der Rendite auch das Risiko eines Fonds, ausgedrückt durch seine Volatilität, sowie die Portfoliozusammensetzung zu berücksichtigen. Gute Fonds weisen im Vergleich zu Konkurrenten derselben Klasse stets eine relativ kontinuierliche Wertentwicklung auf.
Auch eine lange Historie von Fonds und Fondsmanagement kann als Indiz - wenn auch nicht als Beweis - für ein qualitativ hochwertiges Investmentprodukt gewertet werden. So haben schlechte Manager in der Regel kontinuierlich mit Mittelabflüssen zu kämpfen. Früher oder später wird der entsprechende Fonds deshalb eingestellt, was damit zwangsläufig für Anlagekonzepte spricht, die sich über viele Jahre, zum Teil sogar Jahrzehnte, am Markt behauptet haben. Dabei müssen ihre Strategien keineswegs antiquiert sein, schließlich kann eine lange Überlebensdauer auch aus hoher Anpassungsfähigkeit und Erfahrung sowie daraus resultierenden Erfolgen resultieren.
Der einfachste und wohl auch sicherste Weg, aus der Vielzahl der in Deutschland zugelassenen Fonds die besten einer Anlagekategorien herauszufiltern, ist es aber sicherlich, sich bei der Auswahl auf die Urteile von Ratingagenturen zu verlassen. In ihre Bewertungsprozesse fließen diverse quantitative und qualitative Faktoren ein, die einem Privatanleger zum großen Teil gar nicht zur Verfügung stehen, bzw. zu deren Auswertung er nicht in der Lage ist.















